Neue Schätzungen

Goldman Sachs halbiert Ölpreis-Erwartung

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Nach Ansicht der Analysten von Goldman Sachs ist ein Preis von rund 40 Dollar je Barrel Rohöl im ersten Halbjahr notwendig, um den Schieferölboom in den USA zu dämpfen. Erst durch eine geraume Zeit mit niedrigen Preisen dürfte der Markt ein neues Gleichgewicht finden.

Die Lagerbestände werden im ersten Halbjahr 2015 voaraussichtlich noch zulegen, hieß es in einer am Montag vorgelegten Studie. Die Kapazitäten von Lagern und Tankern erlaubten es, einen Überschuss von einer Mio. Barrel täglich zu lagern, so dass der Markt viel länger als früher mit einem Überangebot zurecht kommen könne.

Das Analystenteam um Jeffrey Currie rechnet nach eigenen Angaben nicht mit einer Förderreduzierung von Saudi-Arabien oder anderen maßgeblichen OPEC-Mitgliedern. Der Rückgang der US-Schieferölproduktion im zweiten Halbjahr 2015 werde zur Marktbereinigung ausreichen. Bei ihrem Treffen am 27. November in Wien hatte sich die OPEC gegen Förderkürzungen entschieden.

Diese Erwartungen kommen auch in den neuen Schätzungen von Goldman zum Ausdruck. Für das erste Quartal rechnen die Analysten für West Texas Intermediate (WTI) mit 41 Dollar je Barrel und für Brent mit 42 Dollar. Dies ist deutlich weniger als die zuvor erwarteten 70 und 80 Dollar. Auf Sicht von sechs Monaten liegen die Prognosen nun bei 39 Dollar für WTI und 43 Dollar für Brent, nachdem sie zuvor 65 bzw 85 Dollar betragen hatten. Auf Jahresbasis lauten die Schätzungen 65 nach zuvor 80 Dollar für WTI und 70 nach 90 Dollar für Brent.

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