Altenpflege: In ihrer Studie <a href='https://www.assekurata.de/fileadmin/mediendatenbank/Dokumente/Publikationen/Studieninfo/2020/Pflegezusatzstudie/Assekurata_Studie_Pflegetagegeld.pdf' target='_blank'> „Absicherung im Pflegefall – Mit der Pflegezusatzversicherung von der Teil- zur Vollkasko“</a> geben die Kölner Assekurata-Analysten Tipps, worauf man beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung achten sollte. Bislang hat Assekurata Pflegetagegeldtarife der Versicherer Allianz, Hallesche, Inter, Nürnberger und R+V einer Prüfung untersucht. Foto: rawpixel.com

Private Pflegeversicherung

So gelingt der Vollkasko-Schutz vor steigenden Pflegekosten

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Wie gut sind die privaten Pflegezusatz-Policen am deutschen Versicherungsmarkt? Dieser Frage widmet sich die Ratingagentur Assekurata in einer aktuellen Marktanalyse. Darin untersuchen die Kölner einerseits die Besonderheiten der einzelnen Angebote, mit denen Kunden sich zu bezahlbaren Preisen finanziell voll für den Pflegefall absichern können. Darüber hinaus ermitteln sie anhand von Rechenbeispielen, mit welchen Monatsbeiträgen die bestehende Pflegelücke zu schließen wäre.

Pflegelücke abhängig vom Wohnort

Inzwischen ist vielen Verbrauchern mittlerweile bewusst, dass die gesetzliche Pflegeversicherung trotz aller Reformen im Ernstfall nicht die vollen Pflegekosten abdeckt. Der Branchenverband der privaten Krankenversicherer hierzulande rechnet hierzu vor: 1.928 Euro betrug im Bundesdurchschnitt 2019 die sogenannte Pflegelücke im stationären Bereich. Das ist die Differenz zwischen den tatsächlich entstehenden Kosten und den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. 

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Bei ambulanter Fachpflege beträgt dieses Defizit laut Assekurata durchschnittlich zwischen 375 und 2.100 Euro – je nach Pflegegrad. Allerdings unterscheiden sich vor allem die Pflegeheimkosten je nach Wohnort beziehungsweise Bundesland teilweise erheblich. Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung hingegen sind bundesweit einheitlich. Dementsprechend schwanke nach Angaben der Kölner Branchenexperten auch der Eigenanteil beziehungsweise die Pflegelücke.

3 Pflege-Policen-Produktvarianten

Für die zusätzliche private Vorsorge bieten die privaten Krankenversicherer drei Produktvarianten an: Erstens die Pflegekosten-Police und zweitens das Pflegetagegeld. Hierzu zählt drittens die auch Pflege-Bahr genannte Pflegezusatzversicherung, die staatlich gefördert wird. Die Pflegekostenversicherung vertreiben marktweit fünf PKV-Unternehmen. „Hier kann der Kunde im Regelfall die gesetzlichen Pflegeleistungen je nach Anbieter um bis zu 200 Prozent aufstocken“, erläutert Gerhard Reichl.

„Im Vergleich zu den Tagegeldversicherungen sind Pflegekostentarife preislich etwas günstiger“, so der Studienautor weiter. „Grund hierfür sind insbesondere die geringeren Leistungen für häusliche Pflege durch Angehörige.“ Beim Pflege-Bahr ist die die Höhe der Absicherung vorgegeben. „Einen Pluspunkt stellt die Aufnahmegarantie dar, da beim Pflege-Bahr auch Menschen mit Vorerkrankungen Versicherungsschutz erhalten. Allerdings ist das Produkt nur eine Teilkaskolösung.“

Pflege-Bahr bietet Teilkaskoschutz

Gerhard Reichl, Assekurata

Bei den nach Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr benannten Policen bestehe „im Pflegefall in der Regel eine nicht unerhebliche Versorgungslücke“, so Reichl. Am flexibelsten erscheine grundsätzlich die Pflegetagegeldversicherung. Hier kann der Kunde die Höhe des Tagegelds frei wählen und die Leistung ohne erneute Gesundheitsprüfung zu bestimmten Anlässen oder Zeitpunkten erhöhen. Im Wesentlichen geschieht dies durch eine regelmäßige Dynamisierung des Tagegeldes.

„Hierbei sollten Interessenten vor allem darauf achten, dass die Tarife auch nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit die Leistungen weiter dynamisieren“, empfiehlt Reichl. „Denn gerade dann, wenn der Pflegefall bereits in jungen Jahren eintritt, verhindert eine Dynamisierung, dass sich die Pflegelücke wieder auftut oder weiter vergrößert.“ Trotz der verschiedenen Produktlösungen stockte der Vertrieb von Pflegezusatzversicherungen zuletzt.

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