Rubel in Moskau: Nach einem Rekordtief war die Währung bis vergangenen Mittwoch auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 61,17 Rubel geklettert. (Foto: Getty Images)

Rubel in Moskau: Nach einem Rekordtief war die Währung bis vergangenen Mittwoch auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 61,17 Rubel geklettert. (Foto: Getty Images)

Rekordmonat seit 1993 erwartet

Beste Rubel-Rally aller Zeiten

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Investoren sollten sich über die stärkste Rubel-Rally der Geschichte nicht zu früh freuen. Diesen Tipp geben Experten von Banken wie Credit Suisse Group AG und der schwedischen SEB AB.

Die Rally gegenüber dem Dollar von 12 Prozent in diesem Monat hängt nach Meinung einiger Banken zum einen an einem Waffenstillstand in der Ukraine und zum anderen an einem Verbleib des Ölpreises nahe 60 Dollar.

Nach dem Rekordtief von 80,1 Rubel je Dollar am 16. Dezember war der Rubel bis vergangenen Mittwoch auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 61,17 Rubel geklettert. An den nächsten beiden Tagen verlor er wieder etwas an Boden. Dennoch befindet sich die Währung auf gutem Wege für ihren besten Monat seit dem Start entsprechender Erhebungen durch Bloomberg News 1993.

Options-Händler sind so pessimistisch mit Blick auf den Rubel wie bei keiner anderen der 31 wichtigsten Konkurrenz-Währungen. Und Strategen senken Prognosen und sehen einen 8-Prozent-Rückgang bis Jahresmitte.

„Das ist kein Wendepunkt”, erklärt Per Hammarlund, Chef für Schwellenländer-Strategien bei SEB. Er erwartet, dass der Rubel bis Ende des kommenden Monats um rund 10 Prozent nachgeben wird. „Das Risiko einer Ölpreiswende ist signifikant. Und eine Wiederaufnahme der Kämpfe in der Ukraine würde den Rubel ebenfalls schwächen.”

Ein erneuter Einbruch der Wechselkurse würde zusätzlichen Druck auf Präsident Wladimir Putin ausüben, während die Wirtschaft des Landes am Rande einer Rezession steht und Investorengelder abfließen.

Im den zurückliegenden zwölf Monaten hatte der Rubel über 40 Prozent seines Wertes verloren. Dahinter stand nicht zuletzt der starke Preisverfall von Öl, dem wichtigsten Exportgut des Landes. Wegen der angeblichen Rolle im Ukraine-Konflikt wurde Russland zudem mit Sanktionen aus den USA und der Europäischen Union belegt.

Auch wenn sich Russlands Währung auf bis zu 60 Rubel je Dollar erholen könnte, falls der Waffenstillstand am Ende doch noch eingehalten wird, so wird am Markt „zu viel Positives beim Rubel eingepreist”. Diese Meinung vertritt Alexey Pogorelow, ein Volkswirt bei Credit Suisse in Moskau. Die Rally ist „zum größten Teil ausgeschöpft”.

„Die unbeständige Situation in der Ukraine verlangt noch immer nach einem recht großen Rubel-Risikoaufschlag”, meint Stratege Tom Levinson von der Moskauer Sberbank CIB. Zwar könnten einige Investoren versucht sein, die Währung zu kaufen, weil sie jetzt „sehr billig” ist, doch sollten sie auch auf einen „scharfen” Rückgang vorbereitet sein - und zwar für den Fall, dass der Westen neue Sanktionen verhängt.

Etwas optimistischere Töne kommen von James Barrineau, der sich bei Schroder Investment Management Ltd. um Schwellenländer kümmert. „Beim Rubel sollte es eine Rally geben”, falls sich Rohöl bei 60 Dollar bis 70 Dollar je Barrel stabilisiert, weil das Russland „nachhaltiger macht”.

Das sieht Lars Christensen, der Chefvolkswirt für Schwellenländer bei Danske Bank A/S, offenbar etwas anders. „Selbst wenn wir die Geopolitik außen vor lassen und davon ausgehen, dass die Ölpreise höher sein werden, hat es Russland noch mit einer Menge Gegenwind zu tun”, sagt er in einem Interview mit Bloomberg News. „Uns fällt es wirklich schwer, irgendwelche anhaltenden langfristigen Gewinne für den Rubel zu sehen.”

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