Rohstoff-Fondsmanager im Gespräch „Darum hat der Goldpreis nichts mehr mit der Produktion zu tun“

Seite 2 / 3


Der Trend der rückläufigen Produktion scheint bei fast allen Rohstoffen stattzufinden. Gibt es Ausnahmen?

Bei Lithium wird die Produktion nach oben gehen, sie wird aber die extrem gestiegene Nachfrage nicht befriedigen können. Die vielen neuen Batteriefabriken insbesondere in China brauchen Lithium und die interessiert der Preis kaum. In den letzten Jahren wurde kaum in neue Explorationen investiert. Das kommt erst jetzt, aber neue Projekte brauchen Anlaufzeit. Der Lithium-Preis hat sich in 2016 bereits verfünffacht.

Sie haben einen Indexfonds zum Investment in Lithium geschaffen, für den zunächst einen Index geschaffen werden musste. Warum wird nun die Struktur des Fonds von passiv auf aktiv verändert?

Der Structured Solutions Lithium Index Strategie Fonds war bislang passiv gemanagt und deckt die größten Lithium-Unternehmen ab. Wir überführen ihn nun in einen aktiven Fonds, der künftig nicht nur Lithium abdeckt, sondern alle Rohstoffe, die für die neuen Speicherenergien benötigt werden. Also auch Graphit, Kobalt, Magnesium und andere Stoffe. Die Volatilität in diesem Sektor ist so hoch, dass es sinnvoll ist, auch andere verwandte Rohstoffe umschwenken zu können. Diese Transformation passiert gerade. Der Fonds wird dann „Next Generation Ressource Fund“ heißen.

Warum gibt es in diesem sehr speziellen Markt keine ETFs?

Sie können sich kein physisches Lithium nach Hause legen, weil Lithium eine unangenehme Eigenschaft besitzt: es ist nicht löschbar und brennt total ab. Wir haben ein Jahr lang die Möglichkeiten für einen ETF eruiert, aber das funktioniert nicht. Man kann Lithium nur unter freiem Himmel lagern und bekommt es einfach nicht versichert. Die Kosten wären zu hoch, das ist einfach nicht abzubilden für den normalen Finanzinvestor. Es gibt im Übrigen auch nur eine Handvoll Produzenten, die den Preis direkt bestimmen, er wird nicht über eine Börse gebildet.

Mehr zum Thema
Gold oder Silber? Das meinen Berlenbach und Lequime„Ein Gold-Silber-Verhältnis von etwa 70/30 macht Sinn“ Gold als GeldanlageWo Deutsche beim Goldkauf irren