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Studie: Mikrofinanzierung ist keine Ausbeutung

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Es gebe keine Anhaltspunkte für eine breit angelegte Ausbeutung der Darlehensnehmer, heißt es in der Studie „Die neuen Geldverleiher: Werden die Armen durch hohe Mikrokredit-Zinsen ausgebeutet?“. Die Mikrofinanzinstitute (MFIs) müssen höhere Zinsen berechnen als normale Banken, weil kleine Darlehen höhere Verwaltungskosten nach sich ziehen und weil sie ihre Finanzierungsmittel nicht so günstig wie herkömmliche Banken beschaffen können. „Einige MFIs scheinen zwar Zinsen zu berechnen, die selbst unter Berücksichtigung dieser Umstände kaum zu rechtfertigen sind“, so CGAP-Geschäftsführerin Elizabeth Littlefield. „Doch zeigte sich, dass es sich hierbei um eine äußerst kleine Minderheit handelt und dass die Zinsen im Allgemeinen den Aufwendungen der Institute entsprechen.“ Ermutigend sei, dass die Zinsen für Mikrokredite in gleichem Maße wie die Verwaltungskosten und die Gewinne der MFIs sinken. Und so funktioniert der Kleingeldverleih: Zwischen 20 und 1.500 Dollar werden in der jeweiligen Lokalwährung als Darlehen vergeben. Die Kredite sind immer an eine bestimmte Geschäftsidee gekoppelt: Mal sind es 20 Dollar, um eine Hühnerzucht zu starten, mal 65 Dollar für den Aufbau eines See-Gurken-Handels. Häufig wird das Geld an eine Gruppe von fünf bis 20 Kreditnehmern vergeben. Kann ein Schuldner nicht zahlen, müssen die anderen für ihn einspringen. Einen Großteil der Finanzhilfen bekommen zudem Frauen, weil sie sich als besonders zuverlässig erwiesen haben. Zurückzuzahlen ist der Kredit innerhalb von sechs bis 36 Monaten.

Anders als Spendenorganisationen, die geben ohne zu nehmen, lassen sich die MFIs ihre Darlehen nach hiesigen Maßstäben fürstlich entlohnen. 2006, das letzte Jahr für das Daten vorliegen, verlangten sie laut CGAP im Schnitt 26 Prozent Zinsen im Jahr. Der langfristige Durchschnitt liegt bei 20 Prozent pro Jahr. Finanzhaie sind sie nur auf den ersten Blick. Im Vergleich mit lokalen Kreditgebern sind sie Kuscheltiere: Zinsen von 20 Prozent pro Tag sind bei den heimischen Geldverleihern keine Seltenheit. Das sind enorme 7.200 Prozent im Jahr. Dass die Zinsen der MFIs nicht zu hoch sind, zeigt die Zahlungsmoral der Schuldner. Ausfälle gibt es kaum: 98 Prozent aller Mikrokredite werden nach Angaben der Vereinten Nationen planmäßig getilgt.

Ganz allgemein erscheinen die Gewinne der MFIs nicht überzogen, heißt es von CGAP. Die mittlere Eigenkapitalrendite betrug 2006 rund 12 Prozent. Die Banken in den selben Ländern erzielten eine Rendite von 18 Prozent.

Mikrofinanz-Fonds, die in die Kleingeldverleiher investieren, haben für Anleger derzeit fast unschlagbare Vorteile: Sie bieten neben dem sozialen Mehrwert eine stabile Rendite, abgekoppelt von der Entwicklung der Weltwirtschaft und den Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten.


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