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Unter Druck der Aufseher Größte Banken weltweit schrumpfen

Deutsche Bank in Frankfurt: Auch die Deutsche Bank erwägt Kürzungen, etwa Stellenstreichungen und den Verkauf von Aktiva. (Foto: Getty Images)

Deutsche Bank in Frankfurt: Auch die Deutsche Bank erwägt Kürzungen, etwa Stellenstreichungen und den Verkauf von Aktiva. (Foto: Getty Images)

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Die Banken weltweit werden immer stärker mit Regeln der Aufsichtsbehörden belegt, um sie sicherer zu machen. Aber es führt dazu, dass die Kreditinstitute schrumpfen.

HSBC Holdings, die größte europäische Bank gemessen an der Marktkapitalisierung, hat in dieser Woche erklärt, sie erwäge „extreme Lösungen” für einige ihrer Geschäftsbereiche. Die Royal Bank of Scotland Group reduziert die Mitarbeiteranzahl im US-Handel und zieht sich aus zwei Drittel der Länder, wo sie tätig ist, zurück. J.P. Morgan Chase & Co. schließt Filialen, erhöht die Gebühren für gewisse institutionelle Einlagen und sucht nach Wegen, den Handelsbereich zu schrumpfen.

Die zunehmend strengen Kapitalvorschriften in den letzten drei Jahren könnten zur Zerschlagung der Finanzsupermärkte führen, die in dem Jahrzehnt vor der Finanzkrise aufgebaut wurden. Banken, die nicht mehr wie früher in der Lage sind, mit geliehenem Geld möglichst viel von ihrem Geschäft zu finanzieren, haben die Rentabilitätsziele gesenkt und erwägen drastischere Maßnahmen, um diese zu erreichen.

„Es gibt mittlerweile Diskussionen, dass diese Kapitalanforderungen so hoch sind, dass diese Unternehmen ernsthaft darüber nachdenken, ob sie einige ihrer Gesellschaften ausgliedern sollen, um ihren systemischen Fußabdruck zu verringern”, sagte US-Notenbankchefin Janet Yellen am Mittwoch gegenüber dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses. „Und offen gesagt, das ist genau das, was wir sehen wollen.”

Seit der Finanzkrise haben die Banken Aktiva abgestoßen, kleinere Einheiten verkauft und Derivate, die mit hohen Kapitalaufschlägen verbunden waren, aufgelöst. Die jüngsten Maßnahmen stellen eine Kapitulation dar, bei der viele der größten Banken ihre Ambitionen, sämtliche Dienstleistungen in allen Regionen anzubieten, aufgeben könnten.

Zu den Instrumenten der Aufsichtsbehörden gehörten Mindest- Eigenkapitalquoten, Stresstests und Forderungen, dass mehr Banken-Aktiva leicht in einer Krise zu verkaufen sind. Diese Kombination, zusammen mit flauem Wirtschaftswachstum und niedrigen Handelsniveaus, haben bei zehn der größten Banken die Eigenkapitalrendite von 17 Prozent im Jahr 2006 auf durchschnittlich 3,3 Prozent im vergangenen Jahr gedrückt.

„Die Banken haben sicherlich erwartet, in welche Richtung es bei den Eigenkapitalrichtlinien gehen wird, jedoch nicht das Ausmaß. Das ist der Grund, zusammen mit dem niedrigen Wirtschaftswachstum, warum wir wiederholte Veränderungen bei den Strategien sehen, um die Eigenkapitalrendite zu verbessern”, schreibt Jon Peace, Analyst bei Nomura Holdings, in einer E-Mail.

Während die Entscheidungen von RBS von sieben Verlustjahren in Folge angetrieben wurden, dürften andere Banken unter Druck stehen abzuspecken, weil die Gewinne den Anforderungen der Investoren nicht genügen. Bank of America und Citigroup, die beide auf Aktiva von jeweils mehr als 1,8 Billionen Dollar kommen, haben seit der Finanzkrise eine Eigenkapitalrendite von 7 Prozent nicht überschritten.

Die Deutsche Bank erwägt Stellenstreichungen, den Abbau von Geschäftsaktivitäten bei der Investmentbank und den Verkauf von Aktiva, einschließlich der Postbank-Sparte, im Rahmen einer Strategieüberprüfung, berichtete eine informierte Person im vergangenen Monat.