US-Staatsanleihen verlieren Renditevorteil

Blackrock rät zu Aktien

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Zehnjährige Treasuries rentieren nur noch ein Prozentpunkt mehr als der Durchschnitt für die G7-Länder, verglichen mit noch 1,2 Prozentpunkten am 12. März. Allerdings hat der Spread noch einen ziemlichen Weg nach unten vor sich, bis er den Durchschnitt von 28 Basispunkte erreicht, der in den vergangenen zehn Jahren verzeichnet wurde.

Das Problem mit fallenden Renditen besteht darin, dass sie Anleihen weniger attraktiv machen. Und es ist wichtiger denn je, die Nachfrage nach US-Bonds am Laufen zu halten, nachdem die Federal Reserve über Zinserhöhungen nachdenkt. BlackRock Inc. empfiehlt den Investoren lieber Aktien statt US-Staatsanleihen zu kaufen.

„Ich bin pessimistisch für Treasuries,“ sagt Kim Youngsung, Leiter ausländische Investments bei South Korea’s Government Employees Pension Service in Seoul. „Wenn die Renditen später steigen, werde ich kaufen“, sagt er in einem Interview mit Bloomberg.

Die zehnjährige US-Benchmark-Rendite war am Mittwoch wenig verändert bei 1,88 Prozent. Sie ist von 2,75 Prozent vor einem Jahr gesunken. Bei Renditen von 2,50 Prozent oder höher würde er kaufen, erklärte Kim.

Die Renditen von Staatsanleihen rund um den Globus befinden sich auf Rekordtiefs, nachdem die Fed den Leitzins bisher nahe Null belässt und Zentralbanken in Europa und Japan Bonds kaufen und damit Geld in ihre Volkswirtschaften pumpen, um eine Deflation abzuwenden.

Seit Wochen haben Investoren lieber Treasuries als Bonds aus Europa gekauft. Die Renditen von zehnjährigen deutschen Bundesanleihen liegen bei 0,24 Prozent, und in Japan belaufen sie sich auf 0,33 Prozent.

Die Nachfrage nach US-Papieren hat im Zehn-Jahres-Bereich den Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen auf 1,64 Prozentpunkte gedrückt, verglichen mit 1,90 Prozentpunkte zu Beginn des Monats.

Investoren droht eine Zinsüberraschung, sollten sich die Markterwartungen bezüglich zukünftiger Zinserhöhungen nicht dem Ausblick der Notenbanker anpassen, sagte James Bullard, Präsident der St. Louis Fed am Dienstag.

Eine aktive Diskussion der Fed über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung seit 2006 sollte gewährleisten, dass es zu keinem Schock kommt, wenn sich die Zinsen letztlich bewegen, erläuterte er. Bullard, der laut Plan im nächsten Jahr über die Geldpolitik abstimmen wird, äußerte sich gegenüber Journalisten am Rande einer Veranstaltung in London.

Investoren versuchen, den Zeitpunkt der Zinserhöhungen abzuschätzen, nachdem die Fed in der vergangenen Woche die Schätzungen für die Fremdkapitalkosten und das Wachstum gesenkt hat. Ein Index von Morgan Stanley prognostiziert, dass die Notenbank in etwa sieben Monaten handeln werde.

Investoren sollten Aktien gegenüber Treasuries bevorzugen, sagt Russ Koesterich, Chef-Anlagestratege bei BlackRock in New York, dem größtem Vermögensverwalter weltweit mit einem betreuten Kapital von 4,65 Billionen Dollar. Zwar würde die Nachfrage nach US-Renditen die Treasuries stützen, aber es böten sich bessere Gelegenheiten bei Aktien, argumentiert er.

„Die Alternativen bei Festverzinslichen und Barmitteln sind nicht so attraktiv“, sagt Koesterich in einem Interview mit Bloomberg. „Ganz klar kommen wir in ein Umfeld, ob im Juni oder September, wo die Fed beginnen wird, die Zinsen zu erhöhen.“

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