Hubert Thaler, Vorstand der Top Vermögen in Starnberg

Hubert Thaler, Vorstand der Top Vermögen in Starnberg

Vermögensverwalter Hubert Thaler

Aktien für den Ruhestand

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Aktien sind nichts für Rentner? Mitnichten. Auch wenn das regelmäßige Einkommen wegfällt und der Pensionär vom Ersparten leben muss, bieten solide Aktienunternehmen mittelfristig die attraktivsten Renditen. Aufgrund der überschaubaren Lebenserwartung spielte die finanzielle Vorsorge früher für den Lebensabend keine entscheidende Rolle. Die Rente reichte normalerweise aus. Wenn sich heute jemand in den Ruhestand verabschiedet, dann reden wir im Regelfall über eine Zeit von mindestens 20 Jahren, für die das gesparte Geld reichen muss. Eine Daumenregel der Börsianer besagt, dass der Aktienanteil eines Portfolios in Abhängigkeit vom Alter gesehen werden sollte. 100 minus Lebensalter entspricht demnach dem akzeptablen Aktienanteil. Für den typischen Anleger, der den Übergang in den Ruhestand plant, sprechen wir also über einen Aktienanteil von rund 30 bis 40 Prozent. Dabei könnte je nach finanzieller Gesamtsituation und Renditeansprüchen auch ein höherer Anteil vertretbar sein, wenn zum Beispiel der (abbezahlte) Immobilienbestand (abzüglich Instandhaltung) aktiviert wird. Zudem kommt es auf die Art der gewählten Aktienunternehmen an. Wenn wir über wachstumsorientierte Unternehmen sprechen, die in ihre derzeitige Marktbewertung erst noch hineinwachsen müssen, handelt es sich um deutlich riskantere Anlagen, als substanzstarke Unternehmen mit bewährten Geschäftsmodellen und attraktiven Dividendenrenditen von drei bis fünf Prozent pro Jahr. Wenn die Streuung der investierten Aktienunternehmen klug gewählt ist, besteht genug Zeit für den Pensionär, eventuelle Schwächen eines Aktiensektors „auszusitzen“. Dann wird er nicht gezwungen sein, aus Liquiditätsgründen eine Anlageposition zu jedem Preis zu verkaufen. Denn der Markt wartet nur auf solche Investoren, die in die Ecke gedrängt worden sind. Angesichts historisch niedriger Zinsen, auf Tagesgeldern meist mit einer Null vor dem Komma und zumindest in Europa kaum Aussicht auf Besserung, bieten die nach wie vor attraktiven Dividendenrenditen zudem häufig genug Ausschüttungen, um nicht an die Vermögenssubstanz zu müssen.

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