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Demonstranten in Hongkong: An politischen und wirtschaftlichen Konflikten mangelt es rund um den Globus nicht.  | © Getty Images

Vermögensverwalter Thomas Buckard

Es ist Zeit für ein Rebalancing

Mal ehrlich: Wer hätte Anfang des Jahres, nach dem schwierigen vierten Quartal 2018, gedacht, dass der S&P 500 Ende Oktober auf ein neuen All-Time-High steigt? Und der Dax schafft zumindest ein Jahreshoch und übersprang wieder die Marke von 13.000 Punkten.

Der Blick in den Rückspiegel zeigt wieder einmal deutlich, wie prozyklisch Prognosen häufig sind. Nach den heftigen Kursverlusten Ende 2018 fielen viele Ausblicke auf das Folgejahr ziemlich verhalten aus. In diesem Jahr ist es genau umgekehrt. Viele Anleger schreiben die Entwicklung der vergangenen Monate einfach fort und erwarten auch 2020 spürbare Kursgewinne. Das kann so kommen, muss es aber nicht.

Für vorerst weiter steigende Kurse sprechen im Wesentlichen zwei Punkte. Erstens haben viele Unternehmen mit ihren jüngsten Ergebnissen positiv überrascht. Die Quote liegt in den USA bei beachtlichen über 70 Prozent. Positive Gewinnüberraschungen zählen bei Aktien bekanntlich zu den maßgeblichen Kurstreibern. Allerdings hatten zuvor die Analysten ihre Gewinnerwartungen auch kräftig nach unten geschraubt. Zweitens liefen zuletzt vor allem zyklische Aktien wieder besser, die zuvor abgestraft worden waren. Defensive Titel standen dagegen unter Druck. Das spricht dafür, dass die Anleger offenbar mit einer konjunkturellen Erholung rechnen.

In diesem Punkt könnten sie sich jedoch irren. Nach der Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) soll die Weltwirtschaft im kommenden Jahr um 3,4 Prozent wachsen. Allerdings ist der IWF bei seinen ersten Schätzungen immer wieder zu optimistisch und muss seine Erwartungen dann im weiteren Jahresverlauf nach unten korrigieren. Das könnte auch im kommenden Jahr so kommen.

Nennenswerte Ausfallrisiken

Vor allem in den USA und China bestehen größere Kreditrisiken, die das Wirtschaftswachstum bremsen könnten. Noch bewegen sich die Ausfallraten auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Selbst hoch verschuldete Unternehmen leiden aufgrund des Niedrigzins-Umfelds kaum unter größeren Zinslasten. Das muss jedoch nicht auf Dauer so bleiben.

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