Moselhochwasser in Zell im Januar 2011: Laut<br>Klima-Studie wird das in Zukunft viel öfter vorkommen.<br>Foto:Getty Images

Moselhochwasser in Zell im Januar 2011: Laut
Klima-Studie wird das in Zukunft viel öfter vorkommen.
Foto:Getty Images

Versicherungen warnen: Wetterkapriolen werden stark zunehmen

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Das zeigt die gemeinsame Klimastudie des Versicherungsverbands GDV (GDV) mit führenden Klimaforschern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der Freien Universität Berlin sowie der Universität zu Köln.

Für die Versicherer bedeuten die Prognosen, dass sie bis zum Ende des 21. Jahrhunderts allein für Extremstürme alle zehn Jahre 7 bis 8 Milliarden Euro zahlen müssten – das entspräche einer Verdreifachung der Schadensumme gegenüber heutigen, extremen Sturmereignissen, so der GDV. Zum Vergleich: Für „Kyrill“ zahlten die deutschen Versicherer 2007 ihren Kunden „nur“ 2,4 Milliarden Euro.

Die größten Risiken lägen auch in Zukunft an den Ufern großer Flüsse und in den Folgen von Starkregen. Die Zahlen sprechen für eine Verdopplung bis Verdreifachung der Schäden durch Flussüberschwemmungen und Sturzfluten bis Ende des Jahrhunderts.

Sommergewitter werden den Osten heimsuchen

Infolge des Klimawandels würden auch die Schäden durch Sommergewitter besonders in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zunehmen. Betroffen soll davon vor allem der Osten sein. Hier werden Sommergewitter mit Starkregen und Hagelschlag besonders häufig entlang ziehen, so die Prognosen der Klimaforscher. Von 2011 bis 2040 sollen die Schäden in den Sommermonaten um mehr als 25 Prozent, zwischen 2041 und 2070 um 60 Prozent steigen.

„Die Folgen des weltweiten Klimawandels hinterlassen auch in Deutschland ihre Spuren“, so GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen. „Die gute Nachricht ist, dass der Klimawandel in Deutschland versicherbar bleibt.“

Damit das auch für die Zukunft sichergestellt ist, stellen die deutschen Versicherer Forderungen auf

!. Überschwemmungsgefährdete Regionen sollen nicht als Bauland ausgewiesen werden. Städte und Kommunen müssen in ihrer Flächennutzungsplanung die vorhandenen Risikogebiete berücksichtigen.

2. Entwässerungssysteme sollen für künftige Starkregenereignisse ausgelegt werden.

3. Bauplaner und Architekten sollen Dachkonstruktionen an künftigen Sturmereignissen ausrichten. Gebäudeöffnungen müssen vor Starkregen und Oberflächenwasser sicher sein.

4. Privathaushalten rät der Versicherungsverband die Eigenvorsorge stärker zu betreiben: Schutzmaßnahmen wie Rückstauventile, Rückstauklappen, Hebeanlagen oder Dachverstärkungen würden immer wichtiger.

5. Der GDV fordert außerdem, frühzeitig in technologische Entwicklung einbezogen zu werden. Nur so könne ein umfassender Versicherungsschutz für neue Technologien sichergestellt werden.

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