Wandelanleihen Alleskönner – auch bei Abwärtsrisiken?

Skifahrerin vor Fangzaun: In der Marktkorrektur im Oktober boten Wandelanleihen ein Sicherheitsnetz. | © Getty Images

Skifahrerin vor Fangzaun: In der Marktkorrektur im Oktober boten Wandelanleihen ein Sicherheitsnetz. Foto: Getty Images

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Wandelanleihen sind eine besondere Asset-Klasse, weil sie Anlegern das Wachstumspotenzial von Aktien und gleichzeitig den (stetigen) Ertrag von Anleihen bieten. Unternehmen begeben diese hybriden Anlageinstrumente zur Kapitalbeschaffung. In der Regel sind Wandelanleihen in der Form eines Schuldtitels (Anleihen oder Schuldverschreibungen) oder als Vorzugsaktien strukturiert und beinhalten das Recht, zu festgelegten Bedingungen eine Wandlung in Stammaktien vorzunehmen.

Viele Anleger schätzen Wandelanleihen. Sie versprechen sich zum einen gegenüber den zugrunde liegenden Stammaktien in abwärts tendierenden Märkten einen besseren Schutz vor Wertverlusten. Zum anderen halten Anleger Wandelanleihen, weil die integrierte Wandlungskomponente ihnen gestattet, jederzeit an Kursgewinnen der zugrundeliegenden Aktie zu partizipieren.

Wandelanleihen erscheinen außerdem in einem Umfeld niedriger Zinsen, in dem Ertragsquellen rar werden, vielen Investoren als aussichtsreich. In der Vergangenheit haben sich die „Convertibles“, wie sie im englischsprachigen Raum genannt werden, meist in Marktphasen gut entwickelt, in denen Schwankungen überdurchschnittlich hoch ausfallen und vorsichtige Anleger bei kontrolliertem Risiko in Aktien anlegen wollen, um potenzielle Abwärtsrisiken zu reduzieren.

Aus unserer Sicht sind Wandelanleihen wegen ihrer Fähigkeit, sich an unterschiedlichste Marktbedingungen anzupassen, ein chancenreiches Instrument, um die Diversifizierung eines Portfolios zu erhöhen.

Warum geben Unternehmen Wandelanleihen aus?

Unternehmen können mit Wandelanleihen ihre Geschäftsaktivitäten vergleichsweise günstig fremdfinanzieren. Dabei kommt es potenziell zu einer geringeren Kapitalverwässerung als bei der Ausgabe neuer Stammaktien. Zu den Vorteilen für den Emittenten gehören:

  • Niedrigere Zinszahlungen im Verhältnis zu den direkten Verbindlichkeiten
  • Geringere potenzielle Kapitalverwässerung als bei einer Aktienemission
  • Eigenkapital, das mit einem Aufschlag zum aktuellen Aktienkurs ausgegeben wird

Was für Wandelanleihen im Portfolio spricht

Laufende Erträge. Für Anleger, die durch Aktien Rendite erzielen wollen, können Wandelanleihen eine reizvolle Option darstellen: Sie bieten in der Regel eine attraktivere Ertragskomponente als reine Aktien (die jedoch in der Regel niedriger ausfällt als bei ordentlichen Anleihen) und gestatten es dennoch, an der Aktienkursentwicklung zu partizipieren.

Potenziell attraktives Risiko- und Ertragsprofil. In der Vergangenheit wiesen Wandelanleihen eine geringe Korrelation zu Anleihen und eine unvollkommene Korrelation zu Aktien auf. Das bietet Anlegern die Möglichkeit, ihr Portfolio stärker zu diversifizieren, die Volatilität zu verringern und das Risikoprofil des Portfolios insgesamt zu verbessern.

Gutes Potenzial für langfristige, risikoadjustierte Renditen. Kritiker weisen darauf hin, dass sich der Wert von Wandelanleihen in steigenden Märkten nicht so stark erhöht wie der Wert von Aktien. Außerdem entspreche der Schutz vor Abwärtsrisiken in fallenden Märkten nicht dem Schutz, den Anleihen bieten. Dennoch haben Wandelanleihen zumindest in der Vergangenheit im Vergleich zu Aktien und Anleihen auf lange Sicht stets lohnende risikobereinigte Renditen erzielt.