Was ist denn da los? Hedge-Fonds finanziert Pokerspieler
Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe von DAS INVESTMENT (Januar 2010).
>> zur Themenübersicht
>> zum Abo-Service & Einzelheftbestellung
Hedge-Fonds suchen mitunter gerne nach wirklich alternativen Investments. Sie kaufen Weine, Kunst und Ackerland, sie handeln mit Musikrechten und sind an Transfers von Top-Kickern beteiligt; je weniger Berührungspunkte die Anlagen mit dem Finanzmarkt haben, umso besser. Manro hat nun die Zocker entdeckt. Über ihre Tochtergesellschaft Bad Beat rekrutiert Manro Online-Pokerspieler. 250 Spieler – Hausfrauen, Studenten, Vollzeit-Zocker – werden derzeit gesponsert, die Verluste übernimmt Manro, von den Gewinnen geht die Hälfte an die Gesellschaft.
DER FONDS
Bad Beat ist ein Fachausdruck aus dem Kartenspiel. Er heißt, dass das beste Blatt des Tisches verliert. Ein Risiko, das die Gesellschaft ausschließen will. Die Verluste der Online-Spieler werden durch Risikoanalysen online überwacht, jeder Spieler hat gemäß seinem Können ein Limit. Wird es erreicht, muss der Spieler einige Tage aussetzen, und beim Wiedereinstieg fällt der maximale Einsatz geringer aus. Unter Aktienhändlern ist diese Disziplin durchaus üblich. Im Pokerspiel ist sie vollkommen neu. Auch Alkohol ist verboten, Marathon-Sessions lässt das System nicht zu, und das unter Pokerspielern übliche „Tilten“, Verluste durch bewusste irrationale Spielzüge zu kompensieren, führt sofort zum Ausschluss.
Platz 18 in der Poker-Weltrangliste
Händler und Hedge-Fonds-Manager sind schon länger Freunde der gepflegten Zockerei. James Vogl, Händler bei Manro Haydan, gewann 2004 bei der Las Vegas World Series of Poker 400.000 Dollar. David Einhorn, Gründer des Hedge-Fonds Greenlight Capital, belegte 2006 den 18. Platz der Poker-Weltrangliste und sicherte sich Preisgelder in Höhe von mehr als 650.000 Dollar.
Meistgelesen
Top-News
