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Experte von Bullionvault Warum Anleger 2022 auf Gold setzen

In einem Unternehmen bei Moskau werden Goldbarren für die Einlagerung vorbereitet
In einem Unternehmen bei Moskau werden Goldbarren für die Einlagerung vorbereitet: Anbieter Bullionvault hat die Stimmung unter Edelmetall-Anlegern gemessen. | Foto: imago images / ITAR-TASS

Die Nachwehen der Corona-Krise bringen viele Unsicherheiten mit sich – auch und besonders für Anleger. Denn mit der nächsten Stufe der Pandemie werden nicht nur die Aktienmärkte volatiler. Darüber hinaus brachten Regierungen und Notenbanken zugleich milliardenschwere Konjunkturhilfen auf den Weg, die wiederum Inflationsängste befeuern. Diese hatten wegen der Schwierigkeit in der Pandemie, Lieferketten aufrecht zu erhalten, sowie der unvermeidlich hohen Kosten der Energiewende ohnehin ein Jahrzehnthoch erreicht.

Adrian Ash, Foto: QC Partners

Viele erwarten, dass der Goldpreis von dieser Entwicklung profitieren wird. So kauften Privatanleger auf unserer Handelsplattform für Edelmetalle im Jahr 2021 noch einmal 1,6 Tonnen Gold mehr als im Vorjahr – 2020 waren es bereits rekordverdächtige 6,5 Tonnen. Während die Preise im Jahr 2021 nachgaben, erwartet nun fast die Hälfte der Privatanleger in Gold (40,1 Prozent), dass der Preis des Edelmetalls bis Ende 2022 um 10 Prozent steigen wird. Das stete Wachstum der Bestände von Anlegern zeigt auch das Vertrauen in die Rolle von Gold als langfristige Portfolioversicherung. Aber auch darüber hinaus gibt es gute Gründe, im kommenden Jahr eine Position in physischem Gold zu eröffnen oder zu halten.

Gold als Investment-Versicherung

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Beimischung von Gold immer wieder stabilisierend auf das Portfolio ausgewirkt und somit einen wertvollen Beitrag zur längerfristigen Performance geleistet. Dies dient gerade in Zeiten turbulenter Märkte als eine Art Investment-Versicherung. Entsprechend zahlte sich Gold für Anleger manchmal bereits bei kurzfristigen Schocks wie dem 11. September oder dem Brexit aus.

Aber die Assetklasse Gold ist auch besonders geeignet, um langfristige Verluste bei Aktien wie dem Dotcom-Crash und der globalen Finanzkrise auszugleichen. Denn nicht umsonst gilt an der Börse die Faustregel, dass sich der Goldpreis oft umgekehrt proportional zu Aktien entwickelt.

So zeigt die Entwicklung über die vergangenen 50 Jahre verglichen mit dem C-Dax:  Der Goldpreis zog vor allem dann stärker über längere Phasen hinweg an, wenn die C-Dax-Performance sank. Vergleicht man die Entwicklung des Goldpreises mit dem C-Dax beispielsweise über einen Monat hinweg, stieg dieser in nur etwa der Hälfte (50,2 Prozent) der Fälle, wenn der Dax-Preisindex fiel. Verglichen über ein Jahr hinweg manifestierte sich der Anstieg des Goldpreises in 63,5 Prozent der Fälle und über fünf Jahre hinweg in 89,8 Prozent der Fälle.

Wie für jede Versicherung fallen für den Krisenschutz Gold auch Kosten an. Es rechnet sich jedoch, diese in Kauf zu nehmen und nicht zu versuchen, Gold erst zu kaufen, wenn die Krise schon da ist. Denn die Krux ist ja gerade, dass Investoren nicht im Voraus wissen können, wie sich eine Anlage in Zukunft entwickeln wird.

Asset gegen Niedrigzinsen

Auch außerhalb von Krisenzeiten kann Gold einen wertvollen Beitrag zur Performance leisten. Das Edelmetall ist frei von Inflations- und Ausfallrisiken und besonders in heutigen Zeiten von Niedrig- beziehungsweise Minuszinsen eine geeignete Alternative zu Sparbüchern und Co.: Denn seit der Weltfinanzkrise 2008 stellen Geldmarktangebote mit ihren Nullzinsen keine Konkurrenz mehr für Gold dar.

Zudem hat die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt, nicht von ihrer Niedrigzinspolitik abkehren zu wollen – ganz im Gegenteil: Anders als die US-Notenbank Fed will die EZB trotz der enorm gestiegenen Inflationsrate auf eine Zinswende verzichten.