Yuan-Abwertung Diese Aktien trifft die China-Krise am härtesten

Weniger Luxusgüter werden in China erworben. Foto: Getty Images

Weniger Luxusgüter werden in China erworben. Foto: Getty Images

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Das Land erlebt die stärkste Konjunkturabschwächung seit 1990. In den vorangegangenen Jahren mit kräftigem Wachstum stieg der Absatz von Luxusgütern - Louis Vuitton-Handtaschen, Ringe von Tiffany, BMWs der 5er-Reihe - wie von weniger spektakulären Waren wie Hähnchen von KFC und Aufzügen von Kone. Hinzu kommt die Abwertung des Yuan, die stärkste seit zwei Jahrzehnten, die die Aktienkurse europäischer und US-amerikanischer Autohersteller, Luxusgüterproduzenten und Industrieunternehmen auf Talfahrt schickte.

Durch die Abwertung sinkt der Wert ihres Umsatzes in China, während die dort ansässigen Produzenten wettbewerbsfähiger werden. Die Abwertung könnte dazu beitragen, das Wachstum in China anzukurbeln. Erst einmal zeigt sie jedoch, wie besorgt die Verantwortlichen über die Abschwächung sind und dass auf die dort tätigen Unternehmen weitere Unannehmlichkeiten zukommen könnten.

„China wird sicherlich ein zunehmendes Risiko, das sich jeden Tag neu stellt“, sagt Anne d’Anselme, Fondsmanagerin bei Cogefi Gestion. Die Gesellschaft hat vor einem Monat ihre Positionen bei Luxusgüter- und Autoherstellern reduziert.

Deren Aktienkurse standen am Dienstag unter Druck und fielen am Mittwoch größtenteils weiter. Bei den Luxusgüterkonzernen sackten LVMH in Paris am Dienstag um 5,4 Prozent ab, Tiffany & Co. aus New York notierten 2,1 Prozent leichter und der Aktienkurs von Swatch Group, zu der die Uhrenmarke Omega gehört, brach um 5,1 Prozent ein. Der Autozulieferer Delphi Automotive verzeichnete den stärksten Kursverlust seit Mitte Juli, für den Automobilhersteller BMW ging es 4,3 Prozent nach unten. Yum, zu der die Fast-Food-Ketten KFC und Pizza Hut gehören und die mehr als die Hälfte des Umsatzes in China erzielte, wurde in New York 4,8 Prozent niedriger gehandelt.

Sowohl bei LMVH als auch bei Tiffany machte in den vergangenen Quartalen der Asien-Umsatz ohne Japan mehr als ein Viertel der Verkäufe aus und gab tendenziell nach. Der Umsatz von Louis Vuitton in China, Macau und Hong Kong fiel im zweiten Quartal um etwa 10 Prozent, berichtete im vergangenen Monat die in Paris ansässige LVMH, zu der auch die Champagner-Marke Moet und die Cognac-Marke Hennessy gehören.

Ein Lichtblick für Luxusgüterkonzerne war, dass chinesische Konsumenten bei Reisen nach Paris, New York und anderen Städten weiterhin ausgabefreudig waren. Die Abwertung des Yuan bedeutet nun, dass ihre Kaufkraft außerhalb Chinas leiden wird, sagt Alessandro Migliorini, Analyst bei Mirabaud Securities.

„Was wirklich zählt, ist, was hinter der Entscheidung zur Yuan-Abwertung steht“, erläutert Migliorini. „Die größte Sorge ist die allgemeine Lage, dass die chinesische Wirtschaft sich abschwächt.“

Ausländische, in China tätige Autohersteller und Autozulieferer verzeichneten einen langen Boom, bis der chinesische Markt für Neuwagen im Juni erstmals seit zwei Jahren schrumpfte. So meldete BMW einen Rückgang von 0,1 Prozent. Die Abwertung könnte weiter auf die Gewinne drücken, wenn die Unternehmen diese repatriieren, sagt Bloomberg Intelligence- Analyst Kevin Tynan in einem Interview.