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429 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für europäische Aktien

Pro-Brexit-Aktivistin in London: Der mögliche Ausstieg Großbritanniens aus der EU bleibt für die europäischen Aktienmärkte bis auf weiteres ein Thema. Foto: Getty Images

Pro-Brexit-Aktivistin in London: Der mögliche Ausstieg Großbritanniens aus der EU bleibt für die europäischen Aktienmärkte bis auf weiteres ein Thema. Foto: Getty Images

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War es vor einem Jahr noch der Grexit, der Europa in Atem hielt, so ist es jetzt der Brexit. Die Befürchtungen um einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU haben sich vor allem im Währungsbereich niedergeschlagen. In den vergangenen drei Monaten hat das Britische Pfund gegenüber dem Euro rund 10 Prozent an Wert verloren.

Die besten Fonds für europäische Aktien

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Strategic Europe Value Fund 198 96 32 70 897
2 Jupiter European Growth 192 81 14 97 2554
3 Squad Value 181 15 91 75 188
4 Invesco Europa Core Aktienfonds 175 39 72 64 73
5 Comgest Growth Europe Cap. 142 34 21 87 2066
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices (Stichtag: 17. Februar 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices (Stichtag: 17. Februar 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Verabschiedet sich Großbritannien tatsächlich aus dem Staatenbund, wäre wohl mit einem weiteren Abwärtsdruck zu rechnen. Das meinen zumindest die Experten von JP Morgan Asset Management in einem aktuellen Marktausblick. Stimmen die Briten hingegen gegen den Austritt, könnte das Pfund wieder aufwerten.



Für viele europäische Aktienfonds ist dieses Hin und Her bei der Währung durchaus von Belang. Paneuropäische Fonds, die in Westeuropa einschließlich Großbritannien anlegen, haben meist einen recht hohen Insel-Anteil. Im MSCI Europe machen britische Aktien immerhin 30 Prozent aus. Auch bei Europa-Fonds gilt es also, an Währungschancen und -risiken zu denken.

Im aktuellen Crashtest hat die Münchner Analysegesellschaft FWW im Auftrag von DER FONDS mehr als 400 europäische Aktienfonds in punkto Performance, Risiko und Ratings unter die Lupe genommen. Gewonnen hat ein in Deutschland eher unbekannter Fonds aus dem Hause E. I. Sturdza. Der Strategic Europe Value ist ein konzentriertes paneuropäisches Portfolio, das ganz besonders im Bereich Performance überzeugte. Dort belegt der knapp eine Milliarde Euro schwere Fonds ebenfalls den ersten Platz.

Zweitbester Performer ist der Jupiter European Growth. Der Fonds des britischen Investmenthauses Jupiter belegt auch in der Gesamtwertung den zweiten Platz.

Auf dem dritten Platz hingegen findet sich mit dem Squad Value ein Fonds, der vor allem auf der Risikoseite punktet. Im Stresstest schafft es der europäische Value-Fonds mit Schwerpunkt Deutschland auf den zweiten Platz. Nachdem der von der Augsburger Gesellschaft Discover Capital unter ihrem Geschäftsführer Stephan Hornung beratene Fonds längere Zeit einem Soft-Close unterlag, ist er seit Mitte Februar wieder frei erhältlich – allerdings nur solange, bis eine bestimmte Anzahl an Anteilen verkauft ist.

Noch etwas besser als der Squad Value schneidet der Ampega Euro Aktien VC Strategie im Stresstest ab. Beide Fonds sind keine klassischen Aktienfonds, die in der Regel voll in Aktien investiert sind wie die Konkurrenzprodukte von Jupiter und E.I. Sturdza. Sie können auch andere Instrumente wie Cash, Anleihen oder Derivate nutzen, um das Risiko zu begrenzen.

Die drei Siegerfonds im Kurzporträt

Der Gesamtsieger: Strategic Europe Value Fund


Der 2010 aufgelegte Siegerfonds, der auch im Bereich Performance die meisten Punkte sammelte, gehört zur Firmengruppe des Schweizer Privatbankiers Eric Sturdza. Für das Fondsmanagement ist Willem Vinke zuständig. Der Niederländer managte unter anderem Fonds bei Morgan Stanley und JO Hambro, bevor er 2009 in London sein eigenes Unternehmen Lofoten Asset Management gründete. Seit Herbst 2015 wird Vinke von dem ehemaligen Franklin-Templeton-Manager Steven Bowen unterstützt.

Vinke setzt auf Qualitätsunternehmen, die in ihrem Bereich Marktführer und wenig kapitalintensiv sind und darüber hinaus hohe Gewinnmargen und einen hohen frei verfügbaren Cashflow aufweisen. Als Value-Manager legt er beim Kauf Wert auf einen deutlichen Sicherheitsabschlag gegenüber dem von ihm ermittelten fairen Wert des Unternehmens.

Der Schwerpunkt im Fonds liegt auf großen Gesellschaften mit einer Marktkapitalisierung von über 20 Milliarden Euro. Das Portfolio ist sehr konzentriert auf 25 bis 35 Titel. Da Vinke vom Aufwärtspotenzial aller Unternehmen im Portfolio stark überzeugt ist, gewichtet er sie gleich. „Es ist schwer vorauszusehen, woher genau die Performance kommen wird“, begründet er.

Zu Vinkes bevorzugten Sektoren zählen Konsum, Gesundheit und Informationstechnologie. Per Ende Januar waren rund 40 Prozent des Fondsvolumens in Unternehmen aus dem Basiskonsumgüterbereich investiert, weitere 17 Prozent in zyklischen Konsumgesellschaften. 20 Prozent stecken im Bereich Gesundheit. Kostenintensivere Sektoren wie Banken, Versicherer, Versorger oder Rohstoffe machen grundsätzlich nur einen kleineren Teil des Portfolios aus.

Regional nimmt Großbritannien aktuell mit etwa 30 Prozent den größten Raum ein. Bis zu 25 Prozent kann Vinke außerhalb Europas investieren. Diese Möglichkeit nutzt er auch gern, etwa zwei bis vier außereuropäische Aktien hat er meistens im Portfolio. Derzeit entfallen 12 Prozent des Portfolios auf US-Titel.