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Absolute Return: Anspruchsvolles Ziel - einfache Umsetzung

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Um einen guten Absolute-Return-Manager und damit einen guten Absolute-Return-Fonds identifizieren zu können, hilft ein Blick hinter die Kulissen. Absolute-Return-Managern steht ein deutlich größerer Werkzeugkasten zur Verfügung als ihren Relative-Return-Kollegen. Sie können sowohl Long- als auch Short-Positionen aufbauen, also auf steigende und auf fallende Aktienkurse setzen.

Zudem ermöglicht ihnen die UCITS-III-Richtline, eine Cashkomponente von bis zu hundert Prozent des Fondsvermögens aufzubauen, wenn dies die Marktlage erfordert. Allerdings lässt die UCITS-III-Richlinie keine Leerverkäufe zu, sondern erlaubt nur synthetische Short-Positionen, bei denen keine Aktien geliefert werden müssen, sondern ein Barausgleich stattfindet.

Freie Werkzeugwahl

Der gewünschte Anlageerfolg stellt sich nur dann ein, wenn der Fonds-Manager und sein Team in der Lage sind, aus dem Werkzeugkasten die besten Werkzeuge zu wählen und geschickt mit ihnen umzugehen. Als Werkzeug zum Aufbau einer synthetischen Short-Position bietet sich innerhalb von UCITS-III-Strategien beispielsweise der Einsatz von Contracts for Differences (CFD) an.

Hier gibt es einen Überblick über die besten Long-Short-Fonds.

CFDs sind derivative Finanzinstrumente, die die volle Partizipation an der Kursentwicklung einer Aktie erlauben, ohne dass man diese physisch besitzen muss. Sie zeichnen sich durch eine hohe Flexibilität und Kosteneffizienz aus. Anders als bei derivativen Wertpapieren wie etwa Optionsscheinen haben Faktoren wie Volatilität oder Zeitwertverlust keinen Einfluss auf die Preisbildung. Maßgeblich für die Kursentwicklung von CFDs ist lediglich die Entwicklung der Basiswerte.

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Neben synthetischen Short-Positionen stellen Pair-Trades ein wichtiges Werkzeug für einen Absolute-Return-Manager dar. Mit Pair-Trades lässt sich das Marktrisiko, das mit einem Aktieninvestment einhergeht, sehr effizient reduzieren. Der Mechanismus eines Pair-Trades lässt sich am besten anhand eines einfachen Beispiels erklären. Angenommen der Fondsmanager sieht in der Öl-Aktie A eine sehr gute Investmentchance, hält die Öl-Aktie B aber für ein schlechtes Investment. In diesem Fall würde er die Aktie A kaufen und die Aktie B über eine synthetische Short-Position – beispielsweise einem CFD – verkaufen.

Marktrisiken können eliminiert werden

Da beide Aktien aus demselben Sektor – in unserem Beispiel der Ölbranche – stammen wird durch diesen Pair-Trade ein Großteil des Marktrisikos eliminiert. Die Performance wird nicht aus der Entwicklung des Marktes generiert, sondern alleine aus der unterschiedlichen Wertentwicklung der beiden Aktien. Im Idealfall steigt die Aktie A, während die Aktie B an Wert verliert. Aber die Ertragschance ist nicht nur auf diese Konstellation beschränkt. Der Fondsmanager erzielt bereits dann Gewinne, wenn sich die Aktie A besser als die Aktie B entwickelt – sogar dann, wenn die Aktie A fallen sollte.

Kennt der Investor die Werkzeuge, die ein Absolute-Return-Manager einsetzt, dann weiß er auch, anhand welcher Kriterien er den Fondsmanager auswählen muss. Wichtigstes Kriterium ist die Fähigkeit des Fondsmanagers bei der Aktienauswahl, denn ein guter Stockpicker wird von den Freiheiten, die ihm die UCITS-III-Richtlinie bietet, profitieren und beispielsweise die richtigen Aktienpaare für einen Pair-Trade auswählen.

Deshalb wird der BSF European Absolute Return Strategies Fund von Vincent Devlin gemanagt,  ein routinierter Stockpicker mit über 15 Jahren Anlageerfahrung, spezialisiert auf europäische Aktien. Ein solcher Track Record ist aber nur die notwendige Bedingung. Der gesamte Portfoliokonstruktionsprozess muss so ausgerichtet sein, dass das Portfolio auch ex post eine marktneutrale Rendite erzielt.

Das Anlageteam sollte regelmäßig die Risiken überwachen

Eng damit verbunden ist die Frage, wie es in der Firma des Fondsmanagers um die Risikomanagementkultur bestellt ist. Das Risiko einer Short-Position verhält sich nämlich nicht symmetrisch zum Risiko einer Long-Position. Liegt der Fondsmanager mit einer Long-Position daneben, nimmt ihr Anteil am Gesamtportfolio ab. Im Extremfall geht ihr Anteil gegen Null. Bei einer Short-Position tritt das Gegenteil ein. Je stärker die Aktie steigt, auf deren Kursrückgang der Fondsmanager gesetzt hat, umso stärker wird der Anteil dieser Position am Gesamtportfolio. Deshalb sollte das Anlageteam täglich die Risiken der Positionen im Portfolio überwachen lassen.

Nur so lässt sich auch in Zeiten hoher Volatilität sicherstellten, dass die Marktneutralität – also ein Beta von nahe Null – erreicht wird. Erfüllt das Fondsmanagement alle genannten Kriterien, ist der Anlageerfolg zwar nicht garantiert, aber die Chancen, als Investor, tatsächlich Absolute-Return zu erhalten, steigen deutlich.
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