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Anlagestrategien auf den Zahn gefühlt Steht Value vor der Aufholjagd?

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  1. ob diese Phasen der Underperformance schon öfters auftraten und
  2. ob Indikatoren für bessere Value-Zeiten in der Zukunft existieren.

Zu 1) Der Value-Zyklus
Value-Strategien hatten in den zurückliegenden 90 Jahren sowohl gute als auch schlechte Phasen. So verzeichneten Anleger 1999 mit einer Underperformance von 6 Prozent per annum noch viel stärkere relative Verluste als heute. Erst als die Wachstumsillusionen platzten und Investoren die Hoffnung in Value verloren hatten, begann die Aufholjagd von 2000 bis 2007.

Da die aktuelle Underperformance nicht aus dem „historischen Rahmen“ fällt, sehen wir auch keinen Anhaltspunkt, dass eine neuen Welt ohne Value angebrochen ist.



Zu 2) Indikatoren für eine bessere Value-Zeit
Der Einfluss ökonomischer Größen wie Zinsniveau, Wirtschaftswachstum, Inflation, Credit- oder Term-Spread auf die Entwicklung von Value-Strategien ist gering beziehungsweise nicht vorhanden. Die beiden aussichtsreichsten Indikatoren für das Timing von Value-Strategien sind Marktentwicklung und Bewertungsniveau.

Value-Strategien hinken in steigenden Märkten im Allgemeinen hinterher und verlieren weniger, wenn die Märkte fallen. Ähnlich verhält es sich mit dem Bewertungsniveau. Ein hohes Bewertungsniveau ist für die zukünftige Entwicklung von Value-Strategien vorteilhaft. Value funktioniert, wenn der Aktienmarkt nicht richtig bewertet ist und somit systematische Bewertungsansätze zu Überrenditen führen.

Leider wissen wir nicht, ob die Märkte in Zukunft steigen oder fallen werden. Auch das Bewertungsniveau ist derzeit keine große Hilfe, da dieses sich im neutralen Bereich befindet und marktseitige Fehlbewertungen derzeit nicht offensichtlich sind.

Es gibt derzeit keinen starken Indikator, der für eine Aufholjagd von Value spricht. Das statistische Argument, dass sich bisher Value immer nach einer Durststrecke machtvoll zurückmeldete, lässt sich jedoch nicht erschüttern.

FAZIT: Die Value-Prämie ist zwar langfristig positiv, jedoch über die Zeit nicht stabil. Ein langer Atem von 10 Jahren und mehr ist für Value-Investoren unabdingbar. Denn nur wer kurz- und mittelfristig leidensfähig ist, kann bei Value am Ende mit Outperformance belohnt werden.
Jens Kummer
Jens Kummer ist Gründer und Fondsmanager der Investmentboutique Mars Asset Management
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