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in AnalysenLesedauer: 3 Minuten

Anstieg des Goldpreises „Ein neuer, längerer Aufwärtstrend hat begonnen“

Vermögensverwalter Stephan Albrech von Albrech & Cie.
Vermögensverwalter Stephan Albrech von Albrech & Cie. | Foto: Albrech & Cie.

Reihen wir die vielen Argumente auf, die dafürsprechen, dass dem Edelmetall in den nächsten Jahren goldene Zeiten bevorstehen. Für Leserinnen und Leser, die mit technischer Analyse wenig anfangen können, starten wir mit den besser nachvollziehbaren fundamentalen Aspekten. Auch sie zeigen, dass Gold noch immer „gesund und munter“ ist („still alive and kicking“).

Druck auf die Zinsen nimmt stark zu: Die Renditen deutscher Staatsanleihen trudeln seit Anfang 2018 nach unten und brachen dieses Jahr ein. Im Herbst schlossen sich die Renditen der US-Anleihen an, ja sie sind regelrecht kollabiert. Maßgeblich dafür sind Bremsspuren in der bislang starken US-Wirtschaft. In der Folge schichten Großanleger in defensive Staatsanleihen um und drücken so die Renditen. Da hierdurch der Realzins (Nominalzins minus Inflation) sinkt, wird das zinslose Gold attraktiver. Die Notenbanken reagieren, indem sie das Zinsruder herumreißen und die Leitzinsen senken bzw. Anleihekaufprogramme reaktivieren.

Gold ist jetzt „besser verzinst“ als viele Anleihen: Mit dem erneuten Druck auf die Renditen rutschen immer mehr Anleihen in den negativen Bereich. Das bedeutet: Anleger müssen für den Kauf dieser Papiere Zinsen zahlen statt welche zu erhalten. Weltweit rentieren inzwischen 20 Prozent aller Anleihen negativ, in Europa sollen es sogar 50 Prozent (!) sein. Damit wird der bisherige Nachteil von Gold („es bringt keine Zinsen“) hinfällig. Schließlich ist es noch immer rentabler, keine Zinsen zu bekommen als welche zu zahlen.

Realzins in Europa deutlich negativer als in USA: Wer genau hinschaut – und nicht viele Beobachter tun das – bemerkt, dass Gold in Dollar deutlich schwächer „läuft“ als in Euro. So notiert der Goldpreis in Dollar Mitte Juli 27 Prozent unter seinem Hoch (1.405 vs. 1.921 Dollar). In Euro indes liegt er nur neun Prozent unterm Allzeithoch (1.260 vs. 1.386 Euro). Was ist die Ursache? Nimmt man die zehnjährige Anleihe als Maßstab, so lag der Realzins in Deutschland jüngst bei minus zwei Prozent (entsprechender Kaufkraftverlust), in den USA hingegen bei plus 1 Prozent. Wir erinnern uns: Je geringer bzw. negativer der Realzins, desto attraktiver ist Gold – das ist der Grund für den stärkeren Anstieg in Euro.

Aus unserer Sicht sind dies die wichtigsten Fakten, die den Goldpreis-Anstieg fundamental begründen. Doch es gibt noch andere Aspekte, die zuversichtlich für das Edelmetall stimmen:

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