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Versicherungstarife im Check

Assekurata prüft Grundfähigkeits-Policen

Die Grundfähigkeitsversicherung gehört zu den aktuellen Hoffnungsträgern der deutschen Lebensversicherungsbranche. Laut der aktuellen Assekurata-Marktstudie zu Überschussbeteiligungen und Garantien messen ihr knapp 80 Prozent der befragten Anbieter positive oder sehr positive Wachstumserwartungen für dieses Jahr bei. Demgegenüber äußerte sich kein einziges Unternehmen negativ oder gar sehr negativ zu den Zukunftsperspektiven dieses Produktsegments.

Grundfähigkeits-Police wird wichtiger

Um bestehende Chancen im Neugeschäft zu nutzen und sich mit einem individellen Angebot im Markt zu positionieren, überarbeiten derzeit viele Lebensversicherer ihre bestehenden Grundfähigkeitstarife oder führen neue ein. „Als Folge davon sind die Tarifstrukturen und Versicherungsbedingungen am Markt sehr unterschiedlich“, kommentiert Arndt von Eicken, zuständiger Chefanalyst der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur.

Eine Grundfähigkeitsversicherung dient der finanziellen Absicherung bei Verlust bestimmter Fähigkeiten. Sie leistet, wenn der Versicherte infolge einer Krankheit oder eines schweren Unfalls körperlich so eingeschränkt ist, dass er eine fundamentale Fähigkeit verliert.

„Die reine Anzahl an versicherten Fähigkeiten ist aber noch kein Qualitätsmerkmal“, erklärt von Eicken. „Vielmehr kommt es darauf an, dass die Auslöser, die zu einer Leistung des Versicherers führen, in den Bedingungen eindeutig, nachvollziehbar und praktikabel definiert sind.“

Leistungsauslöser oft unklar definiert

Zur Verdeutlichung führt Philip Wenzel das Beispiel der Tastaturbedienung als Nachweis für den Handgebrauch an: „Eine Tastatur ist so konzipiert, dass sie mit allen zehn Fingern bedient werden kann. Ein Versicherer könnte für den Leistungsnachweis aber womöglich vorsehen, dass ein Kunde innerhalb von zehn Minuten weniger als fünf Wörter tippen kann. Die Anforderung an den Leistungsauslöser wäre für den Kunden dann unrealistisch hoch.“

Dies führe spätestens im Leistungsfall zu Irritationen, erwartet Wenzel, der gemeinsam mit Christian Schwalb die Geschäfte des Beratungshauses Biomex Biometrie Expertenservice aus dem oberfränkischen Kronach führt.

10 Hauptprüfpunkte, 50 Detailkriterien

Auch aus Sicht der Assekurata-Analysten werde man dem Profil einer Grundfähigkeitsversicherung ohnehin nicht gerecht, wenn man sie nur als bezahlbare, weil leistungsschwächere, Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung ansehe.

„Ihrem Wesen nach hat die Grundfähigkeitsversicherung überhaupt keinen Bezug zum Beruf, sondern sieht dann eine monatliche Rentenzahlung vor, wenn bestimmte Alltagsfähigkeiten eingeschränkt sind“, erklärt von Eicken. Damit könne sie auch Kosten auffangen, wenn ein Versicherter nicht im Arbeitsumfeld, sondern in der Freizeit gesundheitlich eingeschränkt ist.

Bei ihren Recherchen haben die Analysten festgestellt, dass sich bei den Bedingungen am Markt noch kein Standard etabliert hat und der Leistungssumfang nur schwierig einzustufen ist. Auch in den Prospektunterlagen sind häufig pauschale Schlagwörter zu finden, die einen universellen Versicherungsschutz suggerieren, aber keinen Rückschluss auf die eigentliche Qualität zulassen.

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