New Yorker Börse Foto: Cornerstone / pixelio.de

Private Altersvorsorge

Corona-Crash bremst Indexpolicen aus

Ängste um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sorgte im vergangenen Jahr für historische Kursverluste an den Kapitalmärkten. Als Folge wiesen viele Indexpolicen trotz rasch einsetzender Börsenerholung Nullrenditen aus. Die rückläufige Überschussbeteiligung fordert auch Produkte mit reduzierten Garantien heraus.

Dies sind Ergebnisse der aktuellen Marktstudie zu Überschussbeteiligungen und Garantien deutscher Lebensversicherer der Rating-Agentur Assekurata. Die Kölner Analysten haben zum sechsten Mal auch das Produktsegment der Indexpolicen durchleuchtet. Hierzu haben 13 Anbieter ausführliche Angaben gemacht, berichten die Studienautoren.

Index von Börsen abhängig

„Indexpolicen reihen sich zwischen konventioneller und fondsgebundener Lebensversicherung ein, enthalten durch die Bindung an den Deckungsstock aber einen klassischen Kern“, erklärt Studienleiter Lars Heermann. „Durch ihren speziellen Beteiligungsmechanismus an einem Index sind sie nicht mit Fondspolicen vergleichbar, bieten den Kunden dafür aber in Verlustphasen einen Kapitalerhalt.“

Die meisten Indexpolicen greifen auf Indizes mit Bezug zu den Aktienmärkten zurück, so dass die Börsenentwicklung einen wesentlichen Einfluss auf die Rendite hat. „Die Aktienmarktentwicklung 2020 stand größtenteils im Zeichen der Covid-19-Pandemie“, stellt Heermann fest. Im Februar war der Dax zunächst auf sein bis dato registriertes Allzeithoch von 13.789 Punkten geklettert.

Doch im März erlebte der deutsche Leitindex dann einen historischen Absturz auf unter 8.500 Punkte. Hoffnungen auf eine baldige Konjunkturerholung führten in den Folgemonaten aber zu einer vergleichsweise starken Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte. Die Aufwärtsrally zum Jahresende wurde durch den Durchbruch bei der Impfstoffentwicklung erneut befeuert, sodass der Dax im Dezember ein neues Allzeithoch von 13.790 Punkten erreichte.

Unterschiede je nach Stichtag

Das Auf und Ab an den Aktienmärkten spiegelt sich auch in den Renditegutschriften von Indexpolicen wider. Dabei profitieren die Inhaber wegen der Kapitalerhaltungszusage nur anteilig von positiven Börsenentwicklungen. Für die zugrunde liegende Renditebeschränkung haben sich mit dem Cap und der Quote zwei Formen am Markt herausgebildet. Während der Cap die Aufschwungmonate an einer bestimmten Schwelle abschneidet, sieht die Quote nur eine anteilige Beteiligung an der monatlichen oder jährlichen Indexentwicklung vor.

„Mit Blick auf 2020 haben sich Tarife mit jährlicher Indexquote zum Jahresende ausgezahlt, da sie vereinzelt noch von den Erholungstendenzen profitieren konnten“, berichtet Heermann. Im Gesamtjahr 2020 mussten Kunden jedoch in der Hälfte der Fälle mit Nullrenditen leben, das heißt der garantierte Kapitalerhalt hat gegriffen. „Dies konnten wir insbesondere bei Indexstichtagen im Frühjahr und Sommer feststellen, als die Weltbörsen massiv eingebrochen sind.“

Besonders von der Corona-Krise betroffen waren laut Assekurata solche Tarife, die eine Aufsummierung der Monatsrenditen vorsehen. Hier schlugen die hohen Verluste in den Monaten März und Oktober voll durch und konnten durch die Gewinne in den anderen Monaten nicht mehr kompensiert werden. „Durch die Renditebegrenzung müssen Kunden bei Aufwärtsphasen an den Kapitalmärkten auf Performance verzichten, können dafür aber in turbulenten Börsenzeiten wie 2020 ruhig schlafen.“

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