Svetlana Kerschner (Redakteurin)Lesedauer: 2 Minuten

R+V-Expertin rät Darum sollten Sie Hochwasserschäden nicht übereilt beheben

Überflutetes Dorf
Überflutetes Dorf: Man sollte Hochwasserschäden nicht übereilt beheben. | Foto: R+V/ iStcok Images

Wer zahlt, wenn das Hochwasser mein Haus verwüstet und mein Hab und Gut zerstört hat? Diese Frage dürften sich derzeit viele Menschen in Deutschland stellen. Wer in seiner Wohngebäude- oder Hausratversicherung den Baustein Elementarschaden hat, hat Glück im Unglück. Denn dann bezahlt die Versicherung bei Gebäude-Schäden die notwendigen Sanierungsmaßnahmen, etwa wenn es darum geht, den Keller trockenzulegen oder die Bodenbeläge zu erneuern. Schäden an der Einrichtung, Haushaltsgeräten und Kleidung übernimmt die Hausratversicherung.

Worauf Versicherte dabei achten sollten, erklärt Christine Gilles von der R+V Versicherung. Sie rät allen Betroffenen, den Schaden umgehend der Versicherung zu melden. „Die meisten Versicherungen haben Hotlines eingerichtet, an die sich die Geschädigten wenden können“, so Gilles. „Dort erhalten sie auch wertvolle Tipps, wie sie bei den Aufräumarbeiten vorgehen sollten.“

„Statik des Gebäudes in Gefahr"

Um unnötigen Risiken zu vermeiden, sollten Wasserschäden nicht übereilt und ohne Fachkenntnisse behoben werden, warnt Gilles. Wenn etwa der Keller überflutet ist, dürfe er erst ausgepumpt werden, wenn der Wasserstand außen sinkt. Sonst werde das Mauerwerk unterspült oder aufgeschwemmt und es entstehen Risse. „Im schlimmsten Fall ist die Statik des Gebäudes in Gefahr", so die R+V-Expertin. Betroffene könnten allerdings damit beginnen, die Sachen aus dem Keller zu räumen und zu trocknen.

Sobald der Wasserspiegel fällt, ist laut Gilles Eile angesagt: Schlamm und Dreck sollten entfernt werden, bevor alles trocknet. Dann folgt die erste Bestandsaufnahme. Die Versicherungen schicken hierfür in der Regel einen Gutachter. Ob Wände und Böden getrocknet werden können oder ein Austausch notwendig ist, entscheidet am besten eine Fachfirma. Die Versicherung gegen weitere Naturgefahren braucht hierfür einen Kostenvoranschlag. Die Bewohner können die Arbeiten jedoch unterstützen, indem sie viel und intensiv lüften.

Für die Versicherung ist es zudem wichtig, dass alle beschädigten Gegenstände genau aufgelistet werden. „Wir empfehlen immer, alle Schäden zu fotografieren – auch Gegenstände, die nur noch für die Mülltonne taugen. Dann ist die Abwicklung hinterher einfacher", so die R+V-Expertin.

Weitere Tipps vom R+V:

  • Wasser kann den Elektroinstallationen schaden. Deshalb sollte ein Fachmann sie überprüfen – bevor die Geräte wieder benutzt werden.
  • Wer mit Öl heizt, sollte unbedingt seinen Öltank auf Lecks überprüfen.
  • Alle Lebensmittel entsorgen, die mit dem Hochwasser in Kontakt waren. Denn mit dem Wasser werden auch Schadstoffe und Bakterien transportiert.
  • Vorsicht bei Handwerkertrupps, die ihre Dienste an der Haustür anbieten. Sie arbeiten meist zu überhöhten Preisen. Angebote sollten immer mit anderen Fachbetrieben verglichen werden.
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