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Anleihespezialist von Muzinich „Das ist ein wirklich schwieriges Umfeld“

Anleihespezialist Michael McEachern
Anleihespezialist Michael McEachern: „Eine Menge Arbeit, um das Portfolio von überbewerteten Anleihen fernzuhalten“ | Foto: Muzinich

DAS INVESTMENT: Sie betreuen sogenannte Multi-Asset-Credit-Portfolios, in denen Sie zahlreiche unterschiedliche Arten von Unternehmensschuldverschreibungen kreuzen. Ist das der Anlageansatz der Stunde?

Michael McEachern: Er wird zumindest mehr und mehr als eigenständige Anlageklasse wahrgenommen. Anfangs gab es für solche sehr flexiblen, weit gefassten Ansätze keine feste Definition. Viele Manager hatten ihre eigene Variante davon, es gab keine Standards oder gemeinsame Nenner.

Und wie sehen Sie die Sache?

McEachern: Bei unserem Ansatz handelt es sich um eine Multisektor-Kredit-Strategie mit geringer Volatilität. Wir stützen uns sowohl auf unseren Top-Down-Kreditprozess für ein breites Portfolio als auch auf unseren Bottom-up-Prozess, um Anleihen auszuwählen und das Portfolio aufzustocken. Unser Universum besteht aus globalen Krediten, die sowohl Investment-Grade- als auch High-Yield-Titel umfassen. Bei der taktischen Positionierung des Portfolios stützen wir uns auf wechselnde Themen innerhalb des Credit-Bereichs und auf die besten Ideen unserer Mitarbeiter im Credit-Research.

Anleger dürften das mögen.

McEachern: Sie sehen sich tatsächlich gerade mit enorm niedrigen Renditen und engen Renditeaufschlägen konfrontiert. Die Durationen von Investment-Grade-Indizes liegen zudem bei etwa 8, was enorme Kursrisiken aus Zinsschwankungen mit sich bringt. Deshalb versuchen Anleger, sich von klassischen gegen Vergleichsindizes gemanagten Anleiheportfolios ein wenig wegzubewegen.

Haben Sie überhaupt einen Vergleichsindex, eine Benchmark?

McEachern: Ja, mein Ziel ist es, den Geldmarktzinssatz Libor plus 3 bis 5 Prozentpunkte über einen Marktzyklus zu erreichen und das bei einer niedrigeren Volatilität.

Ziemlich Sportlich, in so einem Umfeld.

McEachern: Bisher haben wir in den neun Jahren seit unserem Start auf Dollar-Basis 4,5 Prozentpunkte über dem Libor erreicht. Das ist der Durchschnitt, manchmal waren es 8 Prozentpunkte oder mehr, manchmal nur einer. Und als zweites Ziel soll die Volatilität unter dem Ertrag liegen. Bisher sind wir mit einer Volatilität von 3,8 Prozent pro Jahr hingekommen. Wir teilen immer die Wertentwicklung pro Jahr durch die Volatilität, was eine Art abgewandelte Sharpe Ratio ergibt. Jeder Wert über 1 ist ziemlich gut.

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