Der Amazon-Effekt So verändert die industrielle Revolution 4.0 das Portfolio

Chinesische Arbeiter bedienen eine Bohrmaschine: Die stärkere Nutzung von Kapital an Stelle von Arbeitskraft im Zuge der Digitalisierung, Automatisierung und künstlichen Intelligenz macht Arbeitsplätze überflüssig. | © Getty Images

Chinesische Arbeiter bedienen eine Bohrmaschine: Die stärkere Nutzung von Kapital an Stelle von Arbeitskraft im Zuge der Digitalisierung, Automatisierung und künstlichen Intelligenz macht Arbeitsplätze überflüssig. Foto: Getty Images

Die Invesco-Studie „Industrial revolution 4.0: ghosts of disruption past, present and future“ zur vierten industriellen Revolution (IR 4.0) gibt einen Einblick in die neuen Herausforderungen, die sich aus der stärkeren Nutzung von Kapital an Stelle von Arbeitskraft im Zuge der Digitalisierung, Automatisierung und künstlichen Intelligenz ergeben. 

Zu den von Invesco identifizierten Auswirkungen der IR 4.0 gehört auf der Anlageseite ein weiterhin geringer oder moderater Inflationsdruck. Er sorgt nach Auffassung von Invesco-Marktstratege und Studienautor Arnab Das dafür, „dass die nominalen Anleiherenditen bei zyklischen Verschiebungen von Höhe und Struktur der Zinskurven in den wichtigsten Staatsanleihemärkten niedrig bleiben dürften“. 

Eher unproblematisch sind die Aussichten auch für andere Segmente der Zinsmärkte wie kreditbezogene Schuldtitel. Die im historischen Vergleich niedrigen nominalen Anleiherenditen halten die Renditen am Boden. Dennoch müsse man davon ausgehen, dass die industrielle Revolution 4.0 für Anleiheinhaber problematisch werden kann: Wenn es zu disruptiven Entwicklungen auf Ebene ganzer Branchen oder einzelner Unternehmen kommt. Dann sei „mit teilweise erheblichen Veränderungen auf Einzeltitelebene zu rechnen“, wie Arnab Das es formuliert. 

Gewinner, Verlierer und lokale Unterschiede

Die vierte industrielle Revolution, die zu einer umfassenden Digitalisierung der industriellen Produktion führt, bringt Gewinner und Verlierer mit sich. Denn sie erhöht den Wettbewerbsdruck zwischen Ländern und Unternehmen um die Führungsrolle beim technologischen Fortschritt. 

Arnab Das und sein Team rechnen mit bedeutend größeren Unterschieden zwischen den Ländern, die sich in den Anteilen an der Wirtschaftsleistung, der Aktienmarktkapitalisierung und den Ertragsströmen widerspiegeln werden. „Diese Effekte sind bereits voll im Gange und dürften künftig noch deutlicher werden, da viele Unternehmen und Länder den Technologiewandel forcieren und sich weiterhin schneller anpassen als andere, die weniger bereit oder fähig sind, die dafür nötige Flexibilität zu zeigen“, so der Marktstratege von Invesco. 

Schon jetzt tiefgreifende Auswirkungen 

Wie der Studie zu entnehmen ist, sind die Auswirkungen der vierten industriellen Revolution selbst in dieser frühen Phase bereits deutlich tiefgreifender als allgemein angenommen. Zusammen mit der Globalisierung, der Deregulierung der Arbeitsmärkte, der Migration und der Inflationssteuerung wirke sich die IR 4.0 auf Wachstum und Inflation, Investitionen, Löhne, Produktivität und Beschäftigung aus.

Wenn allerdings Stellen durch den Einsatz von Kapital wegfallen, wird die Politik vor große Herausforderungen stelle, meint Arnab Das. Dazu gehören Sorgen über Massenarbeitslosigkeit und eine größere Einkommensungleichheit.