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Trostlose Aussichten: Frauen müssen im Rentenalter mit deutlich weniger Einkommen rechnen als ihre männlichen Mitrentner. | © Free-Photos / Pixabay

Der große Unterschied So viel niedriger ist die Frauenrente

Berufstätige Frauen werden später als Rentner mehr als ein Viertel weniger Rente erhalten als ihre männlichen Mit-Rentner. Die sogenannte Rentenlücke beträgt im Durchschnitt 26 Prozent. Das ist das Ergebnis der Studie „The Gender Pension Gap in Germany“ von Alexandra Niessen-Ruenzi, Universität Mannheim, und Christoph Schneider, Tilburg University, im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International.

Um den finanziellen kleinen Unterschied zu berechnen, zogen die Professoren eine repräsentative Datenbank des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) heran und berechneten daraus die gesetzlichen Rentenansprüche von über 1,8 Millionen Arbeitnehmern.

Je nach Alter sind Frauen unterschiedlich stark vom „Gender Pension Gap“ betroffen: Bis 35 Jahre gibt es kaum einen Unterschied bei den erwarteten Rentenansprüchen von Frauen und Männern. Doch dann öffnet sich die Schere (siehe Grafik). Männer erhalten dann deutlich mehr Rentenpunkte als Frauen und erwarten später folglich höhere Renten. In der Altersgruppe der 36- bis 45-jährigen Frauen liegt die geschlechtsspezifische Rentenlücke bei 15 Prozent, bei den 46- bis 55-Jährigen sogar bei 27 Prozent.

Studienautorin Niessen-Ruenzi, Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Corporate Governance erklärt das so: „Der wahrscheinlichste Grund für diese Entwicklung ist, dass viele Paare in den Dreißigern eine Familie gründen. Da Frauen häufiger als Männer nach der Geburt eines Kindes ihre Arbeitszeiten reduzieren, beginnt sich das geschlechtsspezifische Lohngefälle genau in dieser Altersgruppe zu entwickeln – mit drastischen Folgen für die Finanzen von Frauen und ihre spätere Rente. In der Literatur hat sich hierfür der Begriff ,Motherhood Penalty‘ durchgesetzt.“ Auf Deutsch: Strafe für Mutterschaft.

Es wäre ja nicht eine Fidelity-Studie, wenn es für das Problem nicht eine Lösung mit Investment-Dreh gäbe. Demnach lässt sich der „Gender Pension Gap“ mit zusätzlicher privater Vorsorge schließen: Eine 40-jährige Frau müsste bei einer erwarteten Rendite von 3 Prozent und einer jährlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent beispielsweise 77 Euro jeden Monat zusätzlich zurücklegen, rechnet das Unternehmen vor. (Grafik 2). Um den Umstand auszugleichen, dass sie eine Frau ist.

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