Die Denker und Lenker der wichtigsten Online-Vermögensverwalter Quirion: „Unsere Chancen, als Erster die Eine-Milliarden-Euro-Grenze zu knacken, stehen ziemlich gut“

Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Quirin Bank

Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Quirin Bank

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DAS INVESTMENT.com: Was sehen Sie im Vergleich zum klassischen Finanzberater als Ihr größeres Asset an: Ihren Online-Vertriebsweg, der Ihnen enormes Kundenpotenzial bietet, oder Ihre skalierbaren Portfolio-Management-Lösungen, die Ihren Kunden attraktive, maßgeschneiderte Rendite-Risiko-Profile bietet? Karl Matthäus Schmidt: Mit Quirion geht Geldanlage schnell, bequem und unschlagbar günstig. Schon ab 10.000 Euro holen wir Anlegern die  gesamte Weltwirtschaft ins Portfolio und investieren in die besten 10.000 Unternehmen weltweit. Mit diesem Asset können wir Millionen von Menschen in Deutschland vernünftige Anlagemöglichkeiten bieten, auch in schwierigen Kapitalmarktzeiten. Dass unser Konzept funktioniert, haben wir bereits mehrfach – zuletzt beim Brexit - unter Beweis gestellt. Hierbei hilft uns die über zehnjährige Erfahrung der Vermögensverwaltung der Quirin Bank. In Deutschland gibt es aktuell ein gutes Dutzend unabhängige Robo-Advisor - mit denen der Banken sollen es 30 bis 40 sein. Wie viele werden in den kommenden Jahren dazukommen? Schmidt: Mit Statistiken in diesem Bereich ist das so eine Sache, da die Anbieter teilweise wie Pilze aus dem Boden schießen und das Angebot und die Leistung meist schwer vergleichbar sind. Hinsichtlich der Anzahl der Anbieter sehen wir mittelfristig eher einen Trend zur Konsolidierung. Übrig bleiben wird, wer neben einer soliden finanziellen Grundausstattung über eine funktionierende technische Infrastruktur verfügt und dem Kunden einen echten Mehrwert bietet. Das können aus unserer Sicht nur maximal zwei oder drei Player schaffen.  Robo-Advisor sind noch eine krasse Nische: Selbst die größten verwalten nicht einmal 50 Millionen Euro. Das verwalteten Vermögen aller unabhängigen Robo-Advisor hierzulande wird auf rund 100 Millionen Euro geschätzt. Bei Verwaltungsgebühren von weniger als 1 Prozent dürfte Ihre Branche bislang nicht mehr als 1 Million Euro umsetzen. Auf der anderen Seite sagen Experten Ihrer Branche ein exponentielles Wachstum voraus. Schauen Sie mal in Ihre Glaskugel: Wann wird der erste deutsche unabhängige Robo-Advisor die Eine-Milliarden-Euro-Grenze überschreiten? Schmidt: Wir blicken grundsätzlich nicht in die Glaskugel sondern orientieren uns an Fakten. Quirion hat heute einen Marktanteil von 40 Prozent am Gesamtmarkt für Robo-Advisory in Deutschland und ist damit Marktführer. Und das wollen wir natürlich auch bleiben.  Und als Erster die Eine-Milliarden-Euro-Grenze überschreiten? Schmidt: Warten wir es ab, aber als First Mover und Marktführer stehen die Chancen sicher ziemlich gut.