Christian Machts leitet seit April 2019 als Geschäftsführer den Drittvertrieb bei Fidelity. Der 44-Jährige kommt von Blackrock, wo er das Privatkundengeschäft in Deutschland, Österreich und Osteuropa verantwortete. Zuvor war er zwölf Jahre bei der Commerzbank. Foto: Fidelity

Christian Machts im Interview

„Die Fonds-Branche geht zu oft auf Tauchstation“

DAS INVESTMENT: Was haben Sie Anfang März bei Ihrem ersten Tag im Homeoffice gedacht?

Christian Machts: In den ersten Tagen war ich staunender Beobachter, wie viele von uns. Nach kurzer Zeit reifte dann die Erkenntnis, mit welcher Dimension von Krise wir es zu tun haben und vor allem, dass diese Krise sehr viel, was wir kennen, grundlegend verändern wird.

Wann kam der Gedanke, dass Fidelity nun erst recht für Investoren visibel sein muss?

Machts: Sehr früh, schon in der ersten Woche. In den Krisen der vergangenen 25 Jahre ging unsere Industrie oft auf Tauchstation. Das ist schade und war stets falsch. Gleichzeitig ergab sich damit eine große Chance, uns zu zeigen und an der Seite unserer Kunden zu sein.

Dazu haben Sie seit März zu zahlreichen Telefon-Konferenzen geladen. Ex-Minister wie Peer Steinbrück und Thomas de Maizière waren zugeschaltet. FDP-Mann Christian Lindner, aber auch Wissenschaftler, der Ökonom Daniel Stelter, Digital-Expertinnen. Welches Gespräch ist Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben und warum?

Machts: Für mich war die erste Konferenz mit Peer Steinbrück am eindrücklichsten. Es ging um die Parallelen zu 2008/2009 und wie Politik in der Krise agiert. Sehr schnell war klar, dass die Corona-Krise die Finanzmarktkrise im Vergleich sehr klein aussehen lässt.

Wie viele Zuhörer hatten Sie?

Machts: Wir hatten in der Spitze bis zu 2.000 Zuhörer, worauf wir sehr stolz sind. Wir können uns bei allen Teilnehmern für ihr großes Interesse an den Konferenzen bedanken.

Darf man sagen, dass Fidelity ein Profiteur der Krise ist?

Machts: Wir haben einige Dinge richtig gemacht, vor allem in der Kommunikation mit unseren Kunden. Ich wünsche mir, dass wir Elemente daraus in die Zukunft mitnehmen und damit eine noch schlagkräftigere und wettbewerbsfähigere Organisation werden.

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