Aktualisiert am in Studien & UmfragenLesedauer: 3 Minuten

Menschen bis 35 Digitale Finanzinfos gefragt

Junge Erwachsene
Junge Erwachsene: Menschen bis 35 informieren sich über Geldanlagethemen häufig online. | Foto: Pexels/Buro Millennial

Die Generation der Menschen bis 35 Jahre ist dem Thema Investment gegenüber äußerst aufgeschlossen. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer Studie des Center for Research in Financial Communication der Universität Leipzig, die der DIRK (Deutscher Investor Relations Verband) in Auftrag gegeben hat. Unterstützt hat das Forschungsvorhaben unter anderem das Deutsche Aktieninstitut (DAI).

Demnach ist das beliebteste Anlageprodukt der jüngeren Generationen der ETF beziehungsweise aktiv anlegende Investmentfonds. An zweiter Stelle folgen Aktien. Damit haben sich die Vorlieben gewandelt: Die Generationen über 35 investieren in erster Linie in Aktien, Fonds kommen auf Platz zwei. Insgesamt investieren ältere Generationen im Vergleich auch  seltener (siehe Grafik).

Die Studienautoren fanden ebenso heraus: Rund 70 Prozent der jüngeren und anlageaffinen Menschen legen ihr Geld kontinuierlich über einen Sparplan an. Bei den über 35-Jährigen tun das nur 47 Prozent.

 

Grafik Geldanlagearten
Grafik Geldanlagearten © Center for Research in Financial Communication, DAI, DIRK

Schlussendlich hat sich auch der Ort, an dem Aktien oder Fonds gekauft werden, gewandelt. Bei älteren Generationen ist die Hausbank die erste Adresse, bei den Jüngeren liegen Neo-Broker knapp vorn.  

Ziel der Geldanlage

Laut der Studie ist das erste Anlagemotiv der jüngeren Generationen, langfristig Vermögen aufzubauen – 77 Prozent geben das als ihren Motor an. An zweiter Stelle folgt das Ziel, das niedrige Zinsniveau zu kompensieren (77 Prozent), an Platz drei steht die Altersvorsorge (56 Prozent).

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Informationsquelle für jüngere Anleger ist in erster Linie das Internet, ganz vorn stehen Finanzportale. Auch Podcast-Formate und soziale Medien wie Youtube und Instagram werden gern genutzt.

„Es ist großartig zu sehen, dass junge Menschen unter 35 Jahren das Thema Finanzen und Altersvorsorge stärker in die eigenen Hände nehmen und dabei auf Aktien setzen. Zu Recht wird deshalb von einer ‚Generation Aktie‘ gesprochen“, meint DAI-Vorständin Christine Bortenlänger mit Blick auf die Ergebnisse.

 

Beim DIRK leitet man aus der Studie auch einen Auftrag an die Kommunikationsabteilungen in Unternehmen und Fondsgesellschaften ab. „Die Arbeit von Investor-Relations-Abteilungen muss auf diese neuen Bedürfnisse ausgerichtet werden“, rät Geschäftsführer Kay Bommer. Denn die Studie ergab auch: Bisang spielen die besonders beliebten Social-Media-Kanäle der jüngeren Generationen, wie Youtube und Instagram, in der Kommunikation vieler finanzmarktnaher Unternehmen erst eine geringe Rolle.  

Dementsprechend sieht Studienleiter Christian Hoffmann, Professor für Kommunikationsmanagement an der Universität Leipzig, auch noch Luft nach oben: „Junge Anleger informieren sich multimedial. Das eröffnet Spielräume für die Kommunikation der IR-Abteilungen sowie für neue Akteure wie Finfluencer und Neo-Broker.“

Für die Studie wurden 705 Anlegerinnen und Anleger bis 35 Jahre und 951 Menschen über 35 Jahren befragt. Einbezogen wurden nur Personen, die schon mindestens einmal in eine Aktie oder einen Fonds oder ETF investiert hatten.

Das Forschungsprojekt wurde neben dem DAI auch von den Unternehmen Dekabank, Lanxess, SAP und Zalando gefördert.

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