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Finanzcoaching – Navi für Selbstentscheider
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Kunden begleiten Finanzcoaching – Navi für Selbstentscheider

Mutter mit Kind
Mutter mit Kind: Statt zu konkreten Produkten zu beraten, wollen Finanzcoaches ihren Kunden helfen, eigene Entscheidungen zu treffen. | Foto: Pexels/Oleksandr Pidvalnyi

Wer im Internet nach Hilfe beim Thema Geldanlage sucht, stößt dort auf eine bunte Mischung von Angeboten. Neben den klassischen Finanz- und Versicherungsberatern bieten seit einigen Jahren auch Finanzcoaches ihre Dienste an. Laut Google wird nach ihnen hierzulande zwar noch deutlich seltener als nach dem klassischen „Finanzberater“ gesucht (siehe Tabelle unten). Dennoch sind die 420.000 Treffer für „Finanzcoaching“ bereits eine stolze Zahl.

Coach – oder auch Finanzcoach – darf sich im Prinzip jeder nennen. Eine Lizenz der Bafin oder einer Industrie- und Handelskammer, wie sie vom Vermögensverwalter oder Finanzanlagenvermittler verlangt wird, ist nicht vonnöten.

Marco Richter ist in der Finanzbranche ein alter Hase. Und ein bekannter Name: Er ist Co-Gründer von Wealthpilot. Das 2017 gestartete Unternehmen bietet digitale Beratungshilfen für Vermögensverwalter an und gilt als ein Pionier auf diesem Gebiet. Richter, der auf eine lange Bankkarriere zurückblickt und einen Abschluss als Certified Financial Planner besitzt, hat Wealthpilot mittlerweile verlassen und arbeitet an einem neuen Projekt namens Finanz-Navigation. Mit dem Unternehmen will er Privatanleger in Finanzfragen coachen. Richter selbst möchte nicht von „coachen“ sprechen. Er bevorzugt das Wort „Mentoring“: Der Mentor sei im Vergleich zum rein begleitenden Coach der erfahrene Ratgeber.

 

Coaching oder Mentoring: Es geht um das Vermitteln von Finanzwissen und um eine persönliche Begleitung in Vermögensfragen. Ihr Geld anlegen müssen die Kunden im Nachgang selbst. „Für mich ist das ein Start auf der grünen Wiese“, räumt Richter ein. Kunden aus etwaigem früheren Beratungsgeschäft bringt er nicht mit. Dafür will er zukünftig nicht nur als Einzelanbieter auftreten, sondern auch mit Banken und Sparkassen zusammenarbeiten. Diese können ihren Kunden das Programm als Finanzschulung mit Sparringspartner anbieten. Zum Beispiel beim Thema „Vererben“ – hier sieht Richter besonders großen Informationsbedarf. In diesem Herbst sollen die ersten Programme starten.

Die Leistungen von Finanz-Navigation lassen sich in Modulen buchen. Sie heißen zum Beispiel „Psychologie und Geld“ oder „Risikomanagement“. „Für solche Erläuterungen kann sich kein Berater eine Stunde Zeit nehmen“, meint Richter. Er selbst sieht bei sich einen „Bildungsauftrag“.

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So unterscheidet sich Coaching von Beratung

Was einen Coach von einem traditionellen Finanzberater unterscheidet? Beim Coaching gehe es nicht um Produkte, so Richter. Außerdem: „Das klassische Beratergeschäft ist langfristig angelegt. Beim Mentoring gibt es nach sechs Wochen ein klares Ergebnis.“ Er sehe sich nicht als Konkurrenten zu Bankern und Vermögensverwaltern, sondern als deren „sinnvolle Ergänzung“.

Ein Unterstützungsprogramm für Selbstentscheider bietet auch Christian Stadermann an. Stadermann hat die Online-Akademie Beewyzer gegründet. Über diese will er vermögende Kunden mit Anlagewissen versorgen. Das Problem, an dem er ansetzen möchte, beschreibt Stadermann so: „Meist sind es eher akademisch geprägte Anbieter, die sich um die großen Vermögensthemen kümmern.“ Kunden bekämen vor allem erklärt, wie komplex die Finanzanlage sei. Am Ende böten sich die Referenten selbst als Lösung an.

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