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Fintech in der Praxis Virtuelle Finanzordner sind wie Einstieg in die Honorarberatung

Martin Eberhard, Verbundmakler beim Maklerpool Fondskonzept

Martin Eberhard, Verbundmakler beim Maklerpool Fondskonzept

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Finanztechnologie (Fintech) ist ein dehnbarer Begriff, der laut Wikipedia einen Sammelbegriff für moderne Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen beschreibt, die die Administration und den Umgang mit dem Thema Finanzen erleichtern sollen. In der kontroversen Diskussion der etablierten Anbieter und Dienstleister, wie die Geschäftsmodelle einiger neuer Player aus Sicht der klassischen Face-to-Face-Beratung zu bewerten sind, wird jedoch häufig der Kunde vergessen. So soll er nach der Argumentation zwar derjenige sein, der von den technischen Innovationen profitieren soll und auch sonst im Mittelpunkt steht.

Aber ist dies tatsächlich so? Welche Anwendungen sind sinnvoll und in welcher Form profitiert welcher Kunden von ihnen? Wo sind digitale Tools bereits Standard und wo werden sie sich in Zukunft durchsetzen? Hier lohnt sich eine weitergehende Betrachtung, die nicht nur die werbewirksame Darstellung von mehr oder weniger bedeutsamen Mehrwerten propagiert, sondern sich auch mit den Auswirkungen eines solchen Angebotes auf die Kunden-Berater-Beziehung beschäftigt.

Ein gutes Beispiel ist der so genannte virtuelle Finanzordner, der sowohl auf klassischen Desktops als auch per App auf Smartphone oder Tablet angeboten werden kann. Was früher vom Kunden getrennt nach Produkten, Familienmitgliedern und vermittelnden Finanzdienstleistern zusammengetragen und - entsprechende Disziplin vorausgesetzt - mühsam in Akten-Ordnern abgeheftet werden musste, lässt sich heute mit einem leistungsfähigen Online-System als einheitliche Vermögens- und Vertragsübersicht automatisch darstellen. Damit verbunden ist eine erhebliche Zeitersparnis, die aus dem Verzicht auf Papierdokumente und die anschließende Einsortierung beim Kunden in ein physisches Ablagesystem resultiert.

Noch weiter gedacht handelt es sich um den Einstieg in eine professionelle Finanzplanung, wie sie etwa von Honorarberatern umgesetzt wird. Ob Wertpapierdepots, weitere Vermögen aus Beteiligungen, Sachwerten oder Immobilien, Versicherungen, Verbindlichkeiten aus Immobilienfinanzierungen oder Ratenkrediten – der aktuelle finanzielle Gesamtstatus ist jederzeit in einer konsolidierten Übersicht abrufbar. Innerhalb einer Familie lassen sich dabei auch mehrere Personen zu einer gemeinsamen Bilanz zusammenfassen. Änderungen der persönlichen Daten können vom Kunden direkt erfasst werden. Dabei werden sie systemseitig automatisch an alle Beteiligten der Wertschöpfungskette weitergegeben, ohne jeden Partner einzeln darüber informieren zu müssen.