Fonds-Tipp der Geldelite: Was Jens Spudy empfiehlt

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Vor dem Hintergrund der lockeren Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken sehen wir 2011 besondere Chancen bei Sachwertanlagen, während wir Staatsanleihen meiden. In unseren ausgewogenen Portfolios halten wir deshalb mit rund 50 Prozent eine um 10 Prozentpunkte höhere Aktienquote als üblich – trotz der nur vorsichtig optimistischen Konjunkturaussichten außerhalb der Emerging Markets. In diese Strategie passt der antizyklisch gesteuerte Fonds Agressor von Financière de l`’Echiquier, der als europäischer Aktienfonds von den Wachstumschancen der Schwellenländer profitiert.

Der vielbeachtete Fondsmanager Bill Miller von Legg Mason stellte jüngst fest, dass es äußerst bemerkenswert ist, wie konsequent die Meinung der Investoren-Legende Warren Buffett von den meisten Anlegern ignoriert wird. Obwohl dieser die größten Aktienmarktbewegungen der vergangenen Jahrzehnte frühzeitig erkannte, handelte die Mehrheit der Marktteilnehmer zunächst gegen seine Empfehlungen – bis sich seine Einschätzungen kurz darauf doch bewahrheiten sollten. Trotz der Tatsache, dass Buffett und andere antizyklische Investoren in der Regel zu früh kaufen oder verkaufen, erzielen sie im Vergleich zu den gängigen Aktienindizes häufig erhebliche Mehrerträge.

Dies wird auch an den Ergebnissen des von Didier Le Menestrel verwalteten Europafonds Agressor deutlich. Der Fondsmanager genießt bezüglich der Marktkapitalisierung der Zielunternehmen sowie der Kassenhaltung große Freiheiten. Noch im Dezember 2007 lag die Liquidität bei 23 Prozent des Fondsvermögens. In den Börsenturbulenzen des Jahres 2008 hat Le Menestrel diese Mittel unter anderem in zyklische Werte investiert – im Nachhinein zu früh. So war er Anfang 2009 nahezu voll investiert und musste entsprechende Kursabschläge hinnehmen. In der Folgezeit bis heute zeigte der Fonds jedoch eine herausragende Wertentwicklung. Dies wird auch am Jahresergebnis 2010 (plus 28,2 Prozent) im Vergleich zum Euro Stoxx 50 (minus 2,8 Prozent) deutlich.

Im laufenden Jahr möchte Le Menestrel von der Rückkehr des Stockpicking profitieren. Dabei setzt er vor allem auf Unternehmen, die ihre in Europa bereits erfolgreichen Geschäftsmodelle in die Emerging Markets exportieren – wie den französischen Getränkekonzern Remy Cointreau oder den finnischen Papierproduzenten UPM-Kymmene.

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