Fonds-Vertrieb 2019 „Das sollte Kernprodukt jeder Anlage sein“

Oliver Röder, Erste Asset Management in Deutschland: „Auf institutionelle Investoren steigt der Druck“ | © EAM

Oliver Röder, Erste Asset Management in Deutschland: „Auf institutionelle Investoren steigt der Druck“ Foto: EAM

Welche Fondskategorien stehen bei Ihnen im kommenden Jahr vertrieblich vorn?

Oliver Röder: Aus unseren Analysen geht hervor, dass Emerging-Markets-Anleihe-Strategien vertrieblich sicherlich vorn stehen werden. Das gilt auch für nachhaltige Investments, die einen zusätzlichen Schub erfahren werden.

Welche einzelnen Fonds oder Fondsgruppen stehen außerdem im Fokus?

Röder: Im Fokus bei uns stehen auch individuelle Lösungen im Multi-Asset-Bereich, die Kernprodukt jeder Anlage sein sollten.

Außerdem hätte ich gerne einen antizyklischen Tipp.

Röder: Kreditsichere Staatsanleihen wie beispielsweise Bundesanleihen oder US-Treasuries wurden aufgrund des niedrigen Zinsniveaus in den letzten Jahren sukzessive aus den Portfolios entfernt. Sollte eines der zahlreichen Risiken wie die Eskalation des Handelskonflikts zum Tragen kommen, würden hier aber sicher wieder Positionen aufgebaut werden.

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Das Thema Nachhaltigkeit, also ESG, hat ja nun schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel und wird immer wieder mal hervorgeholt. Was ist dieses Mal anders?

Röder: In der EU kommen derzeit sowohl von der EU-Kommission als auch dem EU-Parlament starke Signale zum Thema Nachhaltigkeit im Finanzmarkt. Es wurde ein Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen entworfen und ein Fahrplan für eine stärker vernetzte und implementierte nachhaltige Finanzwirtschaft vorgelegt – Stichwort „Sustainable Finance“. Auf institutionelle Investoren steigt damit der Druck, auf eine nachhaltige Anlagestrategie zu setzen. Eine Entwicklung, die uns noch lange begleiten wird.