Fondsmanager Tobias Klein: „Wenn Barack Obama bellt, fallen die Kurse“

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Tobias Klein: "Die Größe des Unfalls in den
vergangenen Jahren rechtfertigt neue Gesetze"

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DAS INVESTMENT.com: Wie ist derzeit Ihr Verhältnis zu Bankaktien.

Tobias Klein: Wir haben den ganzen Finanzsektor, besonders Banken seit Mitte 2007 systematisch abgebaut und sind jetzt seit gut zwei Jahren deutlich untergewichtet – zurzeit etwa 15 Prozent.

DAS INVESTMENT.com: Dabei schreiben die Finanzhäuser doch wieder ganz anständige Gewinne. Woran hakt es?

Klein: Einige Adressen, speziell Investmentbanken zeigen gigantische Gewinne, die Schlagzeilen machen. Der Branchendurchschnitt ist aber nicht so günstig wie diese Schlagzeilen uns glauben machen. Und auch bei den Gewinnern ist die Nachhaltigkeit der Erträge keineswegs gesichert.

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DAS INVESTMENT.com: Können Pläne einiger Politiker, klassisches Bankgeschäft und Investmentbanking zu trennen, hier helfen?

Klein: Höchstens indirekt, wenn sie vertrauensbildend wirken. Die Trennung von Investmentbanken und Geschäftsbanken mit Kundeneinlagen ist ja aber nicht neu – das hatten wir in den USA bis 1999.

DAS INVESTMENT.com: Warum haben die das wieder rückgängig gemacht?

Klein: Die Einschätzung der Clinton-Regierung war wohl, dass ein Ertrags-Mix bei Banken auch Risiken reduzieren kann und die Industrie überreguliert war. Sicher war aber auch die zunehmende Konkurrenz des liberaleren Finanzplatzes London ein Motiv.

DAS INVESTMENT.com: Was ist besser für Bankaktien? Kurzfristiger Gewinndruck durch mehr Regulierung und langfristig weniger Krisengefahr, oder umgekehrt?

Klein: Natürlich fallen die Aktienkurse zunächst, wenn Barack Obama bellt. Langfristig sollten die Lehren, die man aus Krisen zieht aber der Branche helfen. Viele Regelungen im deutschen Bankenrecht sind Lehren aus früheren Krisen. Und die Größe des Unfalls in den vergangenen Jahren rechtfertigt durchaus neue Gesetze.