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Walter Liebe arbeitet seit elf Jahren bei Pictet AM und war zuvor neun Jahre als Portfoliomanager tätig Foto: Pictet AM
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Starke Kapitalzuflüsse, renditeträchtige Ideen

„Für Themeninvestments braucht es Sorgfalt und Zeit“

Herr Liebe, die Pictet-Gruppe hat für das Kalenderjahr 2020 eine Steigerung ihres Betriebsertrags um 10 Prozent auf umgerechnet 2,63 Milliarden Euro und des Konzerngewinns um 7 Prozent auf 523 Millionen Euro erzielt. Die verwalteten Vermögen stiegen um 6 Prozent auf einen Höchststand von 552 Milliarden Euro. Die Zahlen vieler Asset Manager sind 2020 hingegen unter Druck geraten: Was macht Pictet AM besser?

Walter Liebe: Im Grunde genommen war 2020 für die Mittelflüsse der Asset Manager kein schlechtes Jahr. Allerdings verbuchten viele Asset Manager und Banken mit Blick auf ihre Erträge kein Rekordjahr. Aus unserer Sicht macht es sich bezahlt, dass Pictet AM kein börsennotiertes Unternehmen ist, sondern sich im Besitz der geschäftsführenden Partner befindet. Das erlaubt es uns, langfristige Entscheidungen zu treffen – ohne uns kurzfristig Gedanken um den Börsenkurs und andere Reaktionen der Marktteilnehmer machen zu müssen. Die gesamte Entwicklung der Pictet-Gruppe gründet daher auf dem Fundament der Langfristigkeit; also auf Geduld, einem langen Atem und dem Willen, sich strategisch weiterzuentwickeln. So konnten wir angesichts unseres schönen Erfolgs im vergangenen Herbst Repräsentanzen in New York und Shanghai eröffnen.

Die Firmenstruktur ist das eine, auf der anderen Seite braucht es aber auch Ideen, um langfristige Chancen am globalen Markt zu erkennen. Was unterscheidet Pictet AM in dieser Hinsicht von anderen Marktteilnehmern?

Liebe: Vor mehr als drei Jahrzehnten haben wir eine Niederlassung in Tokio eröffnet. Es hat Jahre gedauert, bis wir dort profitabel waren. Doch über die Jahrzehnte sind wir in Japan zu einem der größten ausländischen Asset Manager mit mehr als 25 Milliarden Euro an verwaltetem Anlegerkapital gewachsen. Wir sind in der Lage, die Entwicklung von Standorten und Assetklassen mit Geduld voranzutreiben. Außerdem beteiligen wir uns nicht an der Konsolidierung der Branche. Pictet hat in der Unternehmensgeschichte noch nie ein anderes Institut übernommen, sondern ist immer nur aus eigener Kraft organisch gewachsen. Man könnte das als übervorsichtig abtun, aber wir sind so mittlerweile zu einem großen, global agierenden Unternehmen mit über 544 Milliarden Euro verwalteten Assets geworden.

Warum scheut die Gruppe Übernahmen?

Liebe: Wir haben den entscheidenden Vorteil, dass wir anders als viele Mitbewerber nicht damit beschäftigt sind, übernommene oder fusionierte Einheiten integrieren zu müssen, was sehr große interne Ressourcen bindet und nicht selten die Mitarbeiter verunsichert. Während andere das Fusions-Karussell fahren, sind wir in der Lage, uns zu 100 Prozent auf unsere Kunden zu fokussieren – mit Ruhe und Langfristigkeit.

Wofür steht Pictet AM inhaltlich? Wo liegen weitere Alleinstellungsmerkmale gegenüber den Mitbewerbern?

Liebe: Als mittelgroßer Asset Manager müssen wir uns auf einige strategische Stärken fokussieren und können nicht alles anbieten. In diese über viele Jahre hinweg auf- und ausgebauten Expertisen und Stärken investieren wir allerdings sehr viel.

Könnten Sie das am Beispiel näher erläutern?

Liebe: Vorrangig zählen hierzu unsere thematischen Aktienstrategien. In den vergangenen fünf Jahren haben wir die darin betreuten Gelder von 12 Milliarden auf 56 Milliarden Euro steigern können. Wir sehen uns schon länger als zwei Jahrzehnte als Experte für die Schwellenmärkte, sowohl auf der Anleihen- als auch auf der Aktienseite. Darüber hinaus sind wir einer der größten Anbieter von UCITS-Hedgefonds und Total-Return-Strategien. Seit über zwölf Jahren gehören wir hier zu den größeren Playern am Markt und bauen diese Expertise durch das kontinuierliche Einstellen von hochqualifizierten Experten immer weiter aus.

Sie betonen unter anderem die Expertise für Schwellenmärkte. Womit hängt diese Fokussierung zusammen?

Liebe: Die Kompetenz für Schwellenländer, gerade auf der Aktienseite, haben wir schon sehr früh aufgebaut. Bereits Ende der 1990er-Jahre setzten wir Emerging-Markets-Aktienfonds auf und haben damals konsequent in den Schwellenmärkten Niederlassungen gegründet, etwa in Hongkong und Singapur. Bestimmte Anlageklassen haben wir sehr frühzeitig besetzt, als diese noch in den wenigsten Portfolios zu finden waren. Nachdem wir 2005 ein spezialisiertes Team zusammengestellt hatten, haben wir im Jahr 2006 einen der ersten Schwellenländer-Anleihefonds in Lokalwährung aufgelegt – lange bevor Investments in Lokalwährungen in Mode waren. Wie von uns erwartet, tendieren seit einigen Jahren die Währungen von Schwellenländern zur Aufwertung.

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