DAS-INVESTMENT-Redakteur Andreas Harms Foto: Nadine Rehmann

Scholz-Feldzug, Grünzeug, Vola-Tod, Schlau-Zeug

4 Dinge, die ich aus diesem Jahr mitnehme

Kinder sind gefährliche Finanzakteure

Beginnen wir mit dem heldenhaften Auftreten von Finanzminister Olaf Scholz. Der hat wohl ein Gesetz entworfen, mit dem er die bösen und gefährliche Finanzmarktakteure an den Kosten der Finanzkrise beteiligen will. Toll, die rote Null greift endlich durch, und zwar über eine Finanztransaktionssteuer. Schon Wirtschafts-Papst John Maynard Keynes wollte 1936 kurzfristige Spekulanten auf diese Art in die Schranken weisen, damit Unternehmen wieder langfristiger denken und handeln können.

Insofern weht Scholz‘ Fähnchen genau in die richtige Richtung. Naturgemäß langfristig orientierte Anleger wie Daytrader und Derivate-Akteure brauchen die Steuer wohl nicht zu zahlen. Gefährliche Zocker wie meine Kinder (1 und 5 Jahre alt) hat Scholz dagegen am Schlafittchen gepackt. Die Jungs haben Aktienfonds, die ihnen mal beim Start in ein eigenes Leben helfen sollen. Ein gefährliches Treiben, das nachweislich schon 2008 für eine Finanzkrise sorgte (den Nachweis muss ich nur irgendwo verbummelt haben). Wie gut, dass wir einen Finanzminister haben, der das durchschaut und strikt unterbinden will.

Die Zentralbanken haben die Märkte besiegt

In dem Augenblick, in dem ich für unser Magazin die Statistik von 2019 erstellte, wusste ich: Irgendetwas ist diesmal anders. Und dann fiel mir auf, dass tatsächlich alle zehn Märkte das Jahr vermutlich mit Gewinnen abschließen werden. Darunter selbstverständlich Aktien, aber auch Dinge, die eigentlich anders laufen sollen, also Rohstoffe, Gold und Bundesanleihen.

Das kann nur eins bedeuten – nämlich dass die Zentralbanken die Märkte endgültig in die Schranken gewiesen haben. Sie haben gesiegt, sie haben die Märkte in Geld ertränkt und damit den Kursverlust offiziell getötet. Ab jetzt kann nichts mehr schiefgehen, Gewinne für alle! Ein tolles Gefühl beschleicht mich dabei. Jetzt wird alles gut.

Es grünt so grün

Ich war ja so blind. Ich hätte es wissen müssen. Die Finanzbranche hat sich schon immer für das Wohl von Umwelt und Menschen interessiert und jegliches anrüchige Geschäft abgelehnt. Schon immer. Und in diesem Jahr konnte es endlich auch jeder sagen, ohne sich dafür schämen zu müssen. Sie waren alle schon immer dabei.

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