Grenzmärkte in Afrika Kenia lockt mit Chancen

Bau der Eisenbahnstrecke Mombasa-Nairobi: Um die Tiere im Nairobi National Park zu schützen, wurde eine Brücke von 5,8 Kilometern Länge errichtet  | © Getty Images

Bau der Eisenbahnstrecke Mombasa-Nairobi: Um die Tiere im Nairobi National Park zu schützen, wurde eine Brücke von 5,8 Kilometern Länge errichtet Foto: Getty Images

Im Hinblick auf Investments in Afrika gilt vielen Anlegern Südafrika als wichtigster Markt des Kontinents. Auf lange Sicht halten jedoch auch andere Länder der Region beträchtliches Potenzial vor. Afrika lockt unter den weltweiten Grenzmärkten mit einigen der spannendsten Investment-Storys. Anleger sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Volkswirtschaften in diesen Märkten einige sehr spezifische Merkmale und auch Risiken aufweisen.

Rohstoffe und Reformen

Da die weltweite Nachfrage nach Rohstoffen weiter steigt, sehen wir Afrika mit seinen gewaltigen natürlichen Ressourcen in einer beneidenswerten Position. Viele afrikanische Märkte verfügen nicht nur über erhebliche Öl- und Gasvorräte und andere Rohstoffe. Sie haben inzwischen auch die Mittel, um die Erzeugung ihrer Rohstoffe zu steigern.

In den vergangenen Jahren stellte die Volatilität der Rohstoffpreise die afrikanischen Länder vor Herausforderungen. Betroffen waren vor allem diejenigen Staaten, die von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft abhängig sind. Die Rohstoffexporteure sahen sich nach dem drastischen Ölpreisverfall im Jahr 2014 und dem Schrumpfen ihrer Finanzpolster erheblichen Herausforderungen ausgesetzt, die das Wachstum in vielen Ländern beeinträchtigten.

Die Volatilität der Rohstoffpreise hatte aber auch etwas Gutes: Afrikanische Länder erkannten den dringenden Bedarf für die Reformierung und Diversifizierung ihrer Volkswirtschaften. Die Regierungen sahen sich zu Haushaltsdisziplin und einer Verbesserung der Einnahmenseite gezwungen.

Chinas Interessen helfen Afrika

Erstmals lässt sich beobachten, dass eine Reihe von großen multinationalen Unternehmen beginnt, sich in Afrika zu positionieren. Sie wollen sich einen frühen Zugang zu den großen, jungen und sich dynamisch entwickelnden Bevölkerungen verschaffen. Das gilt insbesondere für die Länder, in denen Verbesserungen bei Infrastruktur und Wirtschaftsbedingungen zu beobachten sind.

Aber auch der Einfluss Chinas wird immer deutlicher, vor allem bei der Finanzierung des Baus von Straßen, Häfen, Flughäfen und Tunneln. Die Chinesen werden vor Ort zu Partnern afrikanischer Unternehmen. Zwar sind für China vorrangig die Rohstoffe Afrikas von Interesse, viele chinesische Unternehmer beginnen jedoch auch andere Geschäftschancen in Afrika zu entdecken.