Hedgefonds: EU einigt sich auf schärfere Regeln

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Mit den verschärften Regeln will die EU Fondsmanager von alternativen Investmentfonds (AIF), zu denen neben Hedgefonds auch private Beteiligungsgesellschaften (Private Equity) und Spezialfonds gezählt werden, zwingen, Anlagestrategien und Bewertungsmethoden offenzulegen. Gleichzeitig müssen sie künftig ein Mindestkapital nachweisen.

Der Einigung vorausgegangen war ein zähes Ringen auf EU-Ebene, insbesondere zwischen Frankreich und Großbritannien um den Umfang der Regulierung. Großbritannien tritt für eine moderate Umsetzung ein und will den Markteintritt in Europa für amerikanische und asiatische Fonds möglichst weit offen halten.

Dagegen will Frankreich möglichst hohe Hürden aufbauen und die Überwachung allein der neuen EU-Börsenaufsicht ESMA in Paris übertragen. Strittiger Punkt war insbesondere die Zulassung und Überwachung von Fondsmanagern aus Drittstaaten.

Die Einigung sieht nun eine Meldepflicht sowie eine Überwachung der Fonds durch die Aufsichtsbehörden vor. Demnach sollen neben Managern alternativer Investmentfonds mit Sitz in der EU auch Manager mit Sitz außerhalb der EU erfasst werden, sofern sie AIFs mit Sitz in der EU verwalten oder einen AIF an professionelle Investoren in der EU vertreiben.

„Großbritannien hat sich durchgesetzt"

„Großbritannien hat sich durchgesetzt. Auch die nationalen Aufsichtsbehörden sollen künftig den nötigen EU-Pass an die Fonds vergeben dürfen. London hat sich zudem dafür eingesetzt, dass neben dem EU-Pass auch eine nationale Zulassung für Hedgefonds dauerhaft möglich bleibt“, kommentiert Kerstin Bors von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Optegra hhkl die Einigung.

Die Einigung erlaubt es, dass Fondsmanagern außerhalb der EU zwei Jahre nach der Umsetzung der AIFM – also voraussichtlich 2015 - den gleichen Marktzugang mittels des EU-Passes gewährt wird. Die derzeitigen nationalen Zulassungsregeln sollen gleichzeitig für mindestens fünf Jahre in Kraft bleiben, um dann neu beurteilt zu werden, sobald das EU-weite Zulassungssystem etabliert ist.

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Der Finanzministerrat stand unter Terminduck, da das Ziel einer Regulierung aller Marktteilnehmer bis zum Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) am 11. und 12. November in Südkorea erreicht werden soll. Der Regelung muss das Europaparlament zuvor noch zustimmen.
Bisher gab es auf EU-Ebene keine Regeln für Hedge- und Investmentfonds. Das Geschäftsvolumen der Hedgefonds wird auf 1.200 bis 1.300 Milliarden Euro geschätzt.

Umsetzung der AIFM bis 2013 Nach Verabschiedung der AIFM-Richtlinie haben die EU-Staaten zwei Jahre Zeit für die Umsetzung in die nationale Gesetzgebung. 

In Deutschland wird damit gerechnet, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Aufgabe der Zulassung und Überwachung der Fondsmanager übernehmen wird.

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