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CSS-Chef Beat Moll

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Krankenversicherung: „Die Menschen machen sich zu Recht Sorgen“

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DAS INVESTMENT.com: Was halten Sie von der Zusatzbeitrags-Diskussion, die gerade in Deutschland geführt wird?

Beat Moll: Die Verunsicherung der gesetzlich Versicherten in Bezug auf ihre gesundheitliche Absicherung ist natürlich groß. Die Menschen machen sich zu Recht Sorgen, da es an Transparenz mangelt und sie nicht sicher sein können, dass der Zusatzbeitrag zur Deckung der Ausgaben ausreichen wird. Außerdem fühlen sich die Versicherten von Leistungskürzungen bedroht, wie sie es in der Vergangenheit schon häufiger erlebt haben. Es wird klar, dass eine umfassende Absicherung auf medizinisch hohem Niveau nur noch über eine ergänzende private Vorsorge zu haben ist.

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DAS INVESTMENT.com:  Nun ist die Kopfpauschale zwar wieder vom Tisch. Sie wäre aber ein erster Schritt in Richtung des schweizerischen Gesundheitssystems gewesen – welche Erfahrungen gibt es mit der Pauschale im schweizerischen System?

Moll: Die Erfahrungen sind gut, weil die Gesundheitskosten transparent sind. Die Finanzierungsform wird auch von der Mehrheit der Bevölkerung getragen: Gleich in mehreren Abstimmungen der letzten Jahre hat sie immer wieder für eine einkommensunabhängige Pauschale gestimmt. Der soziale Ausgleich erfolgt dann über das Steuersystem, der Ausgleich zwischen gesund und krank im Krankenversicherungssystem.

DAS INVESTMENT.com: Hilft die Pauschale gegen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen?

Moll: Die Ausgaben steigen, weil die Menschen älter werden und dank des medizinischen Fortschritts immer mehr Krankheiten therapiert werden können. Das ist auch in der Schweiz so. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, müssen alle Möglichkeiten, Kosten einzusparen, geprüft werden. Hier gibt es einige Ansätze, vor allem, wenn man sich die Verträge etwa mit Ärzten und anderen Leistungserbringern anschaut.

DAS INVESTMENT.com: Ist der Grundleistungskatalog der schweizerischen Krankenversicherer eigentlich in etwa mit dem der deutschen Krankenkassen zu vergleichen?

Moll: Vom Grundsatz her ja, wobei es bei den einzelnen Leistungen sicher Abweichungen gibt. Anders als in Deutschland gehören Zahnleistungen nicht zum Leistungskatalog der Grundversicherung, was übrigens der Haltung der Mehrheit der Bevölkerung entspricht.

DAS INVESTMENT.com: Glauben Sie, dass private Krankenversicherungen durch die Pläne des Gesundheitsministers, durch Zusatzbeiträge und so weiter, beliebter werden?

Moll: Schon heute empfinden die Menschen die Leistungen über die GKV als unzureichend. Die Erkenntnis, dass nur eine private Vorsorge eine medizinisch umfassende Versorgung sichert, hat sich durchgesetzt. Und die Einforderung eigenverantwortlichen Verhaltens ist richtig und alternativlos. Hinzu kommt, dass durch das Bürgerentlastungsgesetz die Menschen bis zu über 1.000 Euro im Jahr mehr zur Verfügung haben, die sie sinnvoll einsetzen möchten. Wir beobachten, dass immer öfter mehrere Tarife gleichzeitig abgeschlossen werden. Leistungsstarke Tarife werden dabei bevorzugt. Die Parallelen zur Rentenversicherung sind derzeit unübersehbar: Hier ist es selbstverständlich, dass eine gesetzliche Basis-Absicherung durch eine private Vorsorge aufgestockt wird.

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