LinkedIn Das Investment Instagram Das Investment Facebook Das Investment Xing Das Investment Twitter Das Investment
Suche
, in MärkteLesedauer: 3 Minuten

LFDE zum EZB-Führungswechsel „Wir haben Draghi vieles zu verdanken“

Mario Draghi (mitte) mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei seiner Verabschiedung in Frankfurt: Acht Jahre stand der Italiener als EZB-Chef in der Öffentlichkeit.
Mario Draghi (mitte) mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei seiner Verabschiedung in Frankfurt: Acht Jahre stand der Italiener als EZB-Chef in der Öffentlichkeit. | Foto: Getty Images

Wie in dem Videospiel Super Mario, in dem der italoamerikanische Klempner zahlreiche Hindernisse überwinden muss, um eine Prinzessin zu befreien, hat der scheidende EZB-Präsident Mario Draghi von 2011 bis heute einen steinigen Weg zurückgelegt und sich einer Herausforderung nach der anderen gestellt, um nun an die bisherige IWF-Chefin Christine Lagarde zu übergeben.

„Klappe, die letzte“ also. Nach acht Jahren guter und treuer Dienste heißt es Abschied nehmen für Super Mario. Böse Zungen werden behaupten, dass die Zahlen gegen ihn sprechen und er das Hauptziel seiner Amtszeit an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) verfehlt hat: eine Kerninflation in Höhe von 2 Prozent. Zum Ende seiner Präsidentschaft beträgt die Inflation in der Eurozone im Durchschnitt 1,1 Prozent, also kaum mehr als die Hälfte des Zielwerts. Eine weitere Niederlage bestand darin, dass während seiner gesamten Amtszeit erstmals in der Geschichte der EZB keine Leitzinserhöhung vorgenommen wurde.

Aber dieses stark verkürzte Resümee verschweigt seine zahlreichen Erfolge. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt rettete Draghi den Euro mit den drei Zauberworten „Whatever it takes“. Mit seinen 77 Pressekonferenzen und 185 Reden hat er überdies die Kommunikation der Institution revolutioniert und sie transparenter, lesbarer und vorhersehbarer gemacht.

Es ist ihm auch gelungen, die Zinssätze, zu denen sich die Länder der Eurozone Geld leihen, wieder nach unten zu drücken. Dies zeigt ein aktuelles Beispiel: Im Oktober begab Griechenland erstmals eine dreimonatige Anleihe mit negativen Zinssätzen. 2011, zu Beginn von Draghis Amtszeit, hatte der griechische Staat keinen Zugang zu den Märkten, um sich zu finanzieren, und niemand wollte die bereits begebenen Schuldtitel umtauschen. Das Land konnte mithilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) die Pleite verhindern.

Tipps der Redaktion
Foto: Lagarde – Halloween für Sparer
Weik & FriedrichLagarde – Halloween für Sparer
Foto: EZB-Leitzins bleibt bei null Prozent
Letzte Zinssitzung unter DraghiEZB-Leitzins bleibt bei null Prozent
Foto: In schwierigen Zeiten einen guten Job gemacht
Mario Draghis letzte EZB-Sitzung„In schwierigen Zeiten einen guten Job gemacht“