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Marktausblick Das Comeback der „Fragile Five“

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Hinzu kommt, dass die gigantischen Lockerungsmaßnahmen von BoJ und EZB keinen weiteren Aufwertungsdruck auf den US-Dollar erzeugen konnten. Gerade das Gegenteil ist passiert: Seitdem auch Japan zu negativen Notenbankzinsen übergegangen ist, hat sich der Yen um etwa 15% gegenüber dem US-Dollar aufgewertet und der Euro-Kurs ist trotz aller Anstrengungen der EZB nicht weiter gefallen.

Einiges spricht also dafür, dass die seit 2014 anhaltende Rally der US-Währung zumindest eine Pause einlegt. In einer solchen Phase haben sich in der Vergangenheit vor allem Aktien, aber auch Anleihen aus Schwellenländern in der Regel besser entwickelt als aus den Industrieländern (vgl. Grafik 3).

Last, but not least: Bewertung

Während ein günstiges makroökonomisches Umfeld in der Vergangenheit meist eine hinreichende Bedingung für steigende Aktien- und Anleihekurse in den Schwellenländern war, fehlt noch der Bewertungsaspekt als notwendige Bedingung.

Der Renditeaufschlag für Anleihen in US-Dollar beträgt aktuell knapp 3,5% und entspricht damit in etwa dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre (vgl. Grafik 4). Für Anleihen in lokaler Währung ist er nochmals 1% größer.

Berücksichtigt man, dass der Aufschlag für die meisten anderen „Spreadprodukte“ (vor allem Unternehmensanleihen aus dem Investment-Grade-Segment und zum Teil auch High Yield) absolut und im Vergleich zu ihren Durchschnittswerten deutlich niedriger liegt, sind Anleihen aus den Schwellenländern auch aus Bewertungssicht ein lohnendes Investment.

Ähnliches gilt für die Aktienmärkte:  Der Bewertungsabschlag gegenüber den Industrieländern liegt mit -25% in etwa auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten 20 Jahre (vgl. Grafik 5).

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