Der Kursverlauf einiger US-Aktien-ETFs am „Schwarzen Montag“. Grafik: Bloomberg

Der Kursverlauf einiger US-Aktien-ETFs am „Schwarzen Montag“. Grafik: Bloomberg

Massive Einbrüche

Darum sind aktiv gemanagte ETFs den klassischen Produkten überlegen

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Exchange Traded Funds (ETFs) bieten den Vorteil, über Indizes in Märkte effizient und kostengünstig zu investieren. Doch können ETFs durchaus unterschiedlich auf Index-Bewegungen reagieren – mit weit reichenden Folgen für Anleger. Das zeigt ein Beispiel aus dem Sommer vergangenen Jahres: So gab es am sogenannten „Schwarzen Montag“, dem 24. August 2015, in der ersten Stunde nach Börseneröffnung extreme Preisdiskrepanzen zwischen ETFs und den zugrunde liegenden Indizes. In der unten stehenden Bloomberg Grafik wird zum Beispiel der Kursverlauf einiger US-Aktien-ETFs am „Schwarzen Montag“ gezeigt.


Quelle: Bloomberg, eigene Ergänzungen

Am Freitag, den 21. August 2015 schloss ETF A bei einem Kurs von 73,72 US-Dollar. In den ersten Handelsminuten des 24. Augusts 2015 fiel der Kurs dann bis zu einem Tief von 47,57 US-Dollar. Das entspricht einem zwischenzeitlichen Maximalverlust von mehr als 35 Prozent. Ähnlich sah es bei den anderen im Chart gezeigten ETFs B, C und D aus.


Quelle: Bloomberg

Grund für die Kursdiskrepanz waren nach aktuellem Kenntnisstand Stop-Loss-Orders bei den ETFs, auch von Privatanlegern, die durch den Kursverlauf ausgelöst wurden. Zudem waren einige Aktien aus dem Index in den ersten Handelsminuten sogar komplett vom Handel ausgesetzt.

Diese Kursdiskrepanzen zwischen ETF und Index wurden am 24. August 2015 bei zahlreichen ETFs beobachtet. Die Konsequenz: Für viele Privatanleger, die Stop-Loss-Orders im Markt hatten oder die zu Börseneröffnung eine Verkaufsorder aufgaben, wurden diese zu Tiefstkursen ausgeführt – sie realisierten so hohe zweistellige Verluste.

Durch diesen Vorfall wird für Privatanleger der Vorteil einer aktiv gemanagten ETF-Lösung mehr als deutlich. Denn Publikumsfonds können nur einmal am Tag zum Nettoinventarwert ge- und verkauft werden. Darüber hinaus sind bei gemanagten Publikumsfonds in der Regel erfahrene Fondsmanager eingebunden, die die Finanzmärkte täglich beobachten und bei extremen Marktsituationen eingreifen können. So hatte etwa auch der Veri ETF-Dachfonds unseres Hauses am „Schwarzen Montag“ Verkaufsorders in ETFs im Markt. Allerdings haben wir mit unseren Verkäufen gewartet, bis sich die extremen Preisdiskrepanzen aufgelöst hatten: damit blieben die Fondsanleger von größeren Verlusten verschont.


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