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Toby Nangle, Leiter des Multi-Asset-Teams

Toby Nangle, Leiter des Multi-Asset-Teams

Mischfonds-Portrait Threadneedle Global Asset Allocation

Seit 30 Jahren auf Kurs

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Rund ein Drittel ihres weltweiten Anlagevermögens von rund 500 Milliarden US-Dollar verwaltet Columbia Threadneedle in Multi Asset-Produkten. Da verwundert es schon etwas, dass die in Deutschland zugelassenen Publikumsfonds der Gesellschaft für diesen Bereich dazu kaum etwas beisteuern: Der Threadneedle Global Multi Asset Income bringt gerade einmal 35 Millionen Euro auf die Waage, der Schwesterfonds Threadneedle Global Asset Allocation verwaltet immerhin rund 75 Millionen Euro.

Das ist umso erstaunlicher, als der Threadneedle Global Asset Allocation im Original bereits seit 1986 existiert. Aktiv in die Vermarktung ihrer Multi Asset-Publikumsfonds einsteigen will die Gesellschaft aber eigenen Angaben zufolge erst, wenn sie auch für andere Fonds dieser Kategorie eine etwas längere Historie vorweisen kann.

Wie auch immer: Der von Toby Nangle, dem Leiter des Multi-Asset-Teams gemanagte Klassiker hätte durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient. Im langfristigen Vergleich der FWW-Kategorie Mischfonds Flexibel Welt gehört er nämlich sowohl im Fünf-Jahres-Vergleich (plus 41,6 Prozent) als auch über zehn Jahre (plus 51,4 Prozent) zu den Top 15 – obwohl speziell im Fünf-Jahres-Vergleich die Konkurrenz mit mehr als 320 ähnlich positionierten Angeboten nicht eben klein ist.

Etwas schwächer fällt das Ergebnis allerdings für die vergangenen zwölf Monate aus: Da rangiert er mit einem Minus von 9,9 Prozent eher unter ferner liefen. „Im Februar hat unter anderem unser Engagement in japanischen Aktien die Wertentwicklung belastet“, erläutert Nangle. Aktuell machen in Tokio gehandelte Papiere derzeit 8,5 Prozent des Portfolios aus.

Nangle managt den Fonds seit 2012 und zeigt sich mit den bisherigen Ergebnissen durchaus zufrieden: „Seit August 2012 erzielte der Fonds ein Plus von jährlich durchschnittlich 5,8 Prozent und liegt damit nur 1,5 Prozentpunkte hinter dem globalen Aktienmarkt. Dieses Ergebnis haben wir aber mit einer halb so hohen Volatilität erreicht.“

Damit sieht Nangle die interne Vorgabe erfüllt, eine aktienähnliche Rendite mit einer auf zwei Drittel des Aktienmarktes reduzierten Volatilität zu erwirtschaften. Um dies bestmöglich zu gewährleisten, arbeitet der Threadneedle-Manager mit Risiko-Budgets, aus denen die Gewichtung der Anlageklassen resultiert. „Dabei kann ich jede einzelne Klasse prinzipiell auf null setzen, wobei der Rahmen für Aktien bei maximal 75 Prozent liegt, während Renten und Kasse bis zu 100 Prozent betragen dürfen“, umschreibt er den Korridor für die Portfolio-Aufteilung des global anlegenden Fonds.

Rohstoffe kann Nangle zudem mit bis zu 20 Prozent beimischen, alternative Anlagen mit bis zu 10 Prozent. Derzeit beschränkt er sich jedoch auf eine Rohstoff-Gewichtung von knapp 5 Prozent.

Auf der Rentenseite mit einem Portfolio-Anteil von aktuell 34 Prozent stehen vor allem Staatsanleihen auf der Kaufliste. Seit Ende 2014 setzt Nangle auch auf europäische Hochzinsanleihen, die er derzeit über den hauseigenen Threadneedle European High Yield Bond Fund mit einer Gewichtung von 5,5 Prozent abdeckt.

Auf dem indischen Aktienmarkt ist Nangle ebenfalls nicht direkt investiert. „Indirekte Investments nutze ich dann, wenn ich darin einen Vorteil gegenüber der Direktanlage erkenne. Beim indischen Aktienmarkt besteht dieser beispielsweise darin, dass unser Future-Investment liquider ist“, erläutert Nangle, dessen Schwellenländer-Anteil – Aktien und Renten – derzeit etwas mehr als 15 Prozent beträgt.

Die höchste Aktiengewichtung seines Fonds lag bisher bei 54 Prozent im August 2014, die niedrigste Gewichtung hatte diese Anlageklasse im Dezember 2015 mit 33 Prozent. Aktuell sind es rund 37 Prozent. „Bei der Aktienauswahl greife ich auf die Anlageideen unserer regionalen Teams zurück und bevorzuge unterbewertete Qualitätstitel“, erläutert Nangle. Auf Branchenebene schätzt er derzeit vor allem Technologiewerte wie Alphabet und Facebook.

„Auch Unternehmen wie Mastercard und Visa gefallen uns, da wir einen klaren Trend weg vom Bargeld hin zur Kartenzahlung sehen“, kommentiert der Threadneedle-Manager seine aktuelle Portfolioausrichtung, bei der auch Gesundheits- und Konsumtitel eine große Rolle spielen. „Innerhalb dieser Branchen interessieren wir uns vor allem für diejenigen Unternehmen, die auch in schwachen Konjunkturphasen in der Lage sind, Gewinne zu erwirtschaften“, ergänzt Nangle. Weil er die Aussichten für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr eher verhalten einschätzt, hält er derzeit eine Cash-Quote von gut 25 Prozent.

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