Nur keine Eile

Yellen sieht Zinserhöhungen in den USA nicht vor April

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Die Vorsitzende der US-Notenbank Janet Yellen will Geduld die kommenden Zinserhöhungen „geduldig” angehen. Eine Leitzinsanhebung vor Ende April sei unwahrscheinlich, sagte Yellen am Mittwoch im Anschluss an die zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der Federal Reserve. Zudem sollen die Finanzierungskosten auch nach der Anhebung für „lange Zeit” niedrig bleiben.

Die bisherige Formulierung, wonach die Zinsen für einen „beträchtlichen Zeitraum” nahe Null bleiben werden, ließ die Fed fallen. Die Erklärung, dass der Ausschuss geduldig sein werde, solle so interpretiert werden, „dass der Normalisierungsprozess wahrscheinlich frühestens nach den nächsten zwei Sitzungen beginnen wird”, erläuterte Yellen. Die erwähnten Sitzungen finden im Januar und im März statt.

Mit dem neuen Zinsausblick hat sich die Fed auf ihrem Weg zum Ausstieg aus der beispiellos lockeren Geldpolitik mehr Flexibilität verschafft und kann besser auf ökonomische Veränderungen reagieren.

„Der Zeitpunkt der ersten Anhebung des Ziels für die Fed Funds sowie der anschließende Weg für das Ziel hängen von den ökonomischen Bedingungen ab”, sagte Yellen. Die Geldpolitik werde noch für „lange Zeit” nach Zinsanhebungen „sehr akkommodierend” sein, fügte sie an.

An den Aktienbörsen stiegen die Kurse nach den Äußerungen, während die Kurse der Bonds nachgaben. Der Standard & Poor’s 500 Index kletterte um gut zwei Prozent und schloss bei 2012,89 Zählern. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries erhöhte sich um acht Basispunkte auf 2,14 Prozent.

Die FOMC-Mitteilung nahm keinen Bezug auf die russische Währungskrise oder andere globale Risiken, die für Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt haben. Yellen zufolge wurde über Russland gesprochen; dabei sei man zu der Ansicht gelangt, dass es kaum Auswirkungen auf die USA geben dürfte.

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