Fußgänger auf dem Times Square Foto: imago images / Xinhua

Rendite bis 2025

Robeco erhöht Ertragsprognose für Schwellenländeraktien

Anleger stehen vor einer längeren Phase negativer Realzinsen. Wie sich diese auf den Zusammenhang zwischen ökonomischen Fundamentaldaten und Vermögenspreisentwicklung auswirken und welche Folgen sich für die Multi-Asset-Allokation ergeben, wird von entscheidender Bedeutung sein. Derzeit befinden wir uns in einem radikalen Übergang, und verstärkte Kursschwankungen prägen weiterhin die Finanzmärkte.

Beträchtliche Prämie für Volatilitätsrisiken erwartet

Aus Anlegerperspektive dürfte sich das Eingehen von Risiken in den nächsten fünf Jahren auszahlen – insbesondere deshalb, weil einige traditionelle sichere Häfen letztlich ebenfalls als riskant wahrgenommen werden. In den meisten riskanten Asset-Klassen dürfte es eine beträchtliche Prämie für das Eingehen von Volatilitätsrisiken geben, was zu attraktiven Sharpe Ratios führen sollte. Dennoch dürften die absoluten Asset-Erträge unter ihren Gleichgewichtsniveaus bleiben.

Staatsanleihen – Negative nominale Renditen an allen wichtigen Märkten

Bei Staatsanleihen besteht nur begrenzter Spielraum für einen Renditeanstieg. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen wird in den USA in den nächsten fünf Jahren bei voraussichtlich maximal 1,5 Prozent liegen, in Deutschland und Japan sogar nur bei 0,5 Prozent. Dabei berücksichtigt sind leicht steigende Zinsen gegen Ende des Fünfjahreszeitraums, wenn eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums einsetzt. Das bedeutet: Anleger müssen bei Staatsanleihen mit negativen nominalen Renditen in allen wichtigen Märkten rechnen. So könnte ein globales Staatsanleihen-Portfolio in Euro gerechnet im Schnitt einen Ertrag von -0,75 Prozent aufweisen. Mit Investment Grade-Unternehmensanleihen könnten Anleger dagegen in den nächsten fünf Jahren einen überdurchschnittlichen Renditeaufschlag von einem Prozentpunkt erzielen, was einer voraussichtlichen Rendite von 0,25 Prozent entspricht.

Aktien – Ertragsprognose für Schwellenländer erhöht

Robeco erwartet bei Aktien, dass die Erträge zwar unter ihrem langfristigen Durchschnitt liegen, ihre Risikoprämien im Vergleich zu relativ sicheren Anlageklassen wie Staatsanleihen jedoch sehr attraktiv bleiben sollten. Dabei sind Aktien aus Industrienationen leicht überbewertet, vor allem aufgrund überhöhter Aktienbewertungen in den USA. Ihre Bewertungen sind daher im Vergleich zum Gleichgewichtsniveau weiter negativ, ihr erwarteter jährlicher Ertrag liegt dennoch bei durchschnittlich

4,75 Prozent. Für Schwellenländer dagegen hat Robeco die Prognose erhöht und erwartet einen durchschnittlichen Aktienertrag von 6,75 Prozent pro Jahr. Dies hängt damit zusammen, dass die Börsen der Schwellenländer parallel zu einer überraschend starken Inflation in den entwickelten Staaten beim Gewinn pro Aktie häufig aufgeholt haben.

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