„Sicherheit sollte künftig als Erhalt der Kaufkraft definiert werden“

Seite 2 / 2


Andere Mischfonds reagieren über eine Steuerung der Aktienquote auf den Markt. Was spricht für die statische Aktien-Renten-Allokation des Kapital Plus?

Müller: Das ist letztlich eine Geschmacksfrage. Bei flexiblen Produkten braucht der Anleger natürlich mehr Vertrauen, dass der Manager immer die richtigen Allokationsentscheidungen trifft. Bei uns gibt es einfache und klare Regeln. Damit sind wir nicht automatisch der bessere Multi-Asset-Fonds. Analysen zeigen aber, dass sich das Rendite-Risiko-Verhältnis von solchen Fonds durch eine Beimischung des Kapital Plus verbessern lässt.

Insofern eignet er sich auch für versierte Anleger, die ihre Portfolios aktiv verwalten. Daneben ist der Kapital Plus gerade für Einsteiger geeignet, die sich erstmals an den Aktienmärkten engagieren wollen. Denn er ist einfach, transparent und krisenerprobt. Es gibt weder komplexe Derivatestrategien noch exotische Aktieninvestments. Stattdessen einen Anleihenanteil als Sicherheitsanker und ein aktiv gemanagtes Aktienportfolio.

Und Sie konzentrieren sich beim Kapital Plus auf europäische Titel. Warum?

Müller: Die europäische Aktienexpertise zählt zu unseren Kernstärken. Der Aktienanteil wird auf Basis der Strategie des Allianz Europe Equity Growth von Thorsten Winkelmann und seinem Team gemanagt. Der Fonds verfolgt einen langfristig orientierten Zielkauf-Ansatz. Auch wenn Europa kein Wachstumsleuchtturm mehr sein wird, bleiben europäische Unternehmen global gut aufgestellt und sind vielfach Weltmarktführer. Europäische Aktien passen zudem gut in das Konzept des Fonds, das ich als kontrolliert konservativ beschreibe.

Um es auf den Punkt zu bringen: Welche Rolle spielt die Titelauswahl, welche die Portfolio-Strukturierung für die Performance Ihres Fonds?

Müller: In der Regel ist die Aktienseite der Performancetreiber. Dass wie 2012 je die Hälfte der Wertentwicklung aus Aktien und aus Anleihen erwirtschaftet wird, ist eher die Ausnahme. Eine wichtige Rolle spielt zudem das Rebalancing. Dadurch, dass wir die Aktienquote monatlich anpassen, nehmen wir in guten Marktphasen rechtzeitig Gewinne mit; bei fallenden Kursen stocken wir den Aktienanteil automatisch antizyklisch auf.

Auf der Rentenseite ließe sich mit höher verzinsten Anleihen auch einiges verdienen – und zudem breiter streuen.

Müller: Es entspricht nicht unserer Anlagephilosophie, große Risiken auf der Rentenseite zu suchen. Aber bei vertretbaren Risikoaufschlägen investieren wir durchaus auch in die Euro-Peripheriemärkte wie Italien oder Spanien. Außerdem halten wir in begrenztem Maß auch Pfandbriefe, Unternehmensanleihen und solche aus Schwellenländern. Die nötige Flexibilität für diese Themen bringen wir auf jeden Fall mit.

Weitere Interviews finden Sie in unseren Flipbook.


>>Vergrößern



Über den Interviewten: Seit September 2012 leitet Mathias Müller (39) das neu geschaffene Geschäftsfeld Retailvertrieb Deutschland bei Allianz Global Investors (AGI). Damit ist er für alle Vertriebskanäle zuständig, die sich an Privatanleger richten.

Zuvor war er bereits für die Betreuung der Commerzbank und des Allianz-Netzwerks verantwortlich. Der studierte Betriebswirt ist seit 2000 bei AGI und hatte verschiedene Funktionen in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Business Development inne.

Mehr zum Thema
„Inflation? Deflation? Wir stellen uns flexibel auf“ BVI-Fondstatistik: Flossbach von Storch bringt Fondsabsatz durcheinander Mischfonds: Union Investment startet Uni-Rak Konservativ