Aktualisiert am 04.10.2016 - 17:51 UhrLesedauer: 4 Minuten

Stabilität oder Öffnung? Mark Mobius: China in der Zwickmühle

Mark Mobius, Chairman der Templeton Emerging Markets Group
Mark Mobius, Chairman der Templeton Emerging Markets Group

Nach den Neujahrsfeiern im Westen ist schnell Katerstimmung aufgekommen. Grund dafür waren Sorgen um China, wo der Aktienmarkt das neue Jahr 2016 mit Verlusten eingeläutet und andere Börsen weltweit mit nach unten gezogen hat. Der Einbruch um 7 Prozent am chinesischen Markt für A-Aktien am 4. Januar ließ das neue System der Handelsunterbrechungen in China aktiv werden. Dadurch wurde bereits am ersten Börsentag des neuen Jahres der Handel ausgesetzt. Gleichzeitig traf die Regierung zu Maßnahmen, um den Aktienmarkt zu stützen.

An dem Abverkauf waren sowohl Privatanleger als auch Großaktionäre beteiligt und zwar insbesondere Führungskräfte, die Aktien ihrer eigenen Unternehmen hielten. Um die Panik am Markt abzuschwächen, hat daher die chinesische Regierung das Volumen solcher Verkäufe beschränkt: Das staatliche Regulierungsorgan (China Securities Regulatory Commission) gab die Einführung einer Obergrenze bekannt, nach der bedeutende Anleger höchstens 1 Prozent der Aktien eines Unternehmens verkaufen dürfen. Diese Regelung soll am 9. Januar in Kraft treten und für drei Monate gelten. Die allgemeine Marktpsychologie war zuletzt aus mehreren Gründen ungünstig. Ein Grund war die Abwertung der chinesischen Währung Renminbi (RMB), die dazu führte, dass Anleger auf den RMB lautende Vermögenswerte, wie beispielsweise an der chinesischen Börse notierte Aktien, abstießen. Hinzu kam die Sorge, dass sich die Entscheidung der US-Notenbank (Fed), die Zinsen zu erhöhen, negativ auf andere Volkswirtschaften auswirken könnte. Ob in den USA weitere Zinsschritte folgen, ist derzeit nach wie vor zwar etwas ungewiss, jedoch werden allgemein weitere Anhebungen erwartet.

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