Ulrich Harmssen

Ulrich Harmssen

Täglicher Marktkommentar

Diese Meldung stabilisiert den Marktpreis

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Der Euro steigt heute kräftig gegenüber dem US-Dollar – offenbar wird die US-Zinserhöhungsphantasie langsam am Devisenmarkt ausgepreist. Kein Wunder – die Konjunkturdaten aus den USA, die uns in den letzten Wochen erreichten, sind wenig dazu angetan, die FED zu ermutigen, weitere Zinsschritte schnell voranzutreiben. So hat zum Beispiel gestern die Entwicklung des wichtigen Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor in den USA deutlich enttäuscht. Unter dem Strich ist dieser Index auf dem Weg Richtung Wachstumsschwelle von 50,0 - die bei Unterschreiten für Kontraktion in diesem Bereich steht. 

Der Präsident der Federal Reserve Bank von New York, William Dudley, hält es denn auch für möglich, dass die Notenbank weitere Zinserhöhungen verschieben könnte. Seit der Fed-Sitzung im Dezember, auf der die Notenbank erstmals seit fast zehn Jahren wieder die Zinsen erhöht hatte, seien die "finanziellen Bedingungen deutlich schwieriger" geworden, so Dudley.

Im gleichen Maße, wie heute der Euro steigt, geben die europäischen Aktienbörsen wieder Teile der anfänglichen Gewinne ab und befinden sich aktuell auch schon wieder in der roten Zone.

Venezuela soll mit den Ländern Iran, Irak, Algerien, Nigeria, Ecuador, Russland und Oman eine Zusammenkunft vereinbart haben

Unterdessen stabilisiert heute eine Meldung den Preis des schwarzen Goldes: angeblich hat Venezuela mit den Ländern Iran, Irak, Algerien, Nigeria, Ecuador, Russland und Oman eine Zusammenkunft vereinbart, auf der auch über mögliche Maßnahmen gegen den weiteren Verfall des Ölpreises gesprochen werden soll.

Angesichts eines Preisrückgangs des Erdöls in Höhe von ca. 70 Prozent in den letzten 18 Monaten ist es einigermaßen verwunderlich, dass ein solches Treffen nicht schon längst stattgefunden hat. Es sei denn, man unterstellt, dass die obigen genannten Länder bislang bereit waren – bis zu einer gewissen Schmerzgrenze – den Preiskampf mitzumachen, um den unliebsamen Konkurrenten USA mit dessen hohen Produktionskosten für einen Barrel Öl im aufwendigen Fracking/Shale Verfahren aus dem Markt zu drängen. 

Aber auch die konventionelle Ölförderung in den USA ist vom massiven Preisverfall des Erdöls längst betroffen: nach einer Meldung von Baker Hughes - ein Ölfeld-Serviceunternehmen in den USA -  ist die Zahl der sich im Betrieb befindlichen Ölbohrtürme in den USA von 1.482 im Januar 2015 auf 538 zum Jahresende gesunken.

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