Täglicher Marktkommentar: Erst Hui – dann Pfui

Täglicher Marktkommentar

Erst Hui – dann Pfui

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Erwartungsgemäß hat die Fed gestern keine Änderungen an ihrer Geldpolitik vorgenommen. Nachdem im Januar noch bei einigen Fed-Mitgliedern die Rede davon war, sich 5 oder 6 Zinsschritte in 2016 vorstellen zu können, wurden diese Zahlen nun auf 2 eingedampft.

Damit dürfte vorerst die Angst vor schnell steigenden Zinsen in den USA vom Tisch sein – diese Angst wurde ja unter anderem häufig in den letzten Monaten des vergangenen Jahres und im Januar diesen Jahres als Erklärung für fallende Kurse an den Aktienmärkten genutzt.

Die Makrodaten aus den USA müssten sich schon recht bald dramatisch verbessern, damit die Fed sich dazu veranlasst sieht, auf ihrer nächsten Sitzung am 27. April einen weiteren Zinsschritt zu verkünden; die Eintrittswahrscheinlichkeit dafür schätze ich jedoch als sehr gering ein.

Die Märkte reagierten gestern Abend auf die Fed Entscheidung, keine Änderungen vorzunehmen, schulbuchmäßig. Der US-Dollar sank, US-Aktien stiegen ebenso, wie der Goldpreis.

Erst Hui – dann Pfui

Die gestrige Entscheidung der Fed sorgt auch in Europa zunächst überwiegend für freundliche Stimmung an den Aktienbörsen. So notierte der Dax kurz nach Handelsstart zum Beispiel bei über 10.000 Punkten, aktuell (15:34) aber nur noch etwas über 9.800 Punkten.

Ein Grund für den Kursrückgang mag im inzwischen deutlich gestiegenen Euro liegen, der aktuell deutlich über 1,13 gegenüber dem US-Dollar notiert.

Unterdessen wird gemeldet, dass in den USA sich die Wirtschaftsstimmung im Februar etwas schwächer aufgehellt hat als erwartet. Der Sammelindex der Frühindikatoren stieg zum Vormonat um 0,1 Prozent. Analysten hatten mit einem Zuwachs um 0,2 Prozent gerechnet. Im Januar war dieser Indikator noch um 0,2 Prozent gefallen.

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