Hatten Spaß bei der Testfahrt mit dem Tesla Model S: Fondsmanager Alexander Mozer von Ökoworld und Redakteurin Astrid Lipsky (Foto: Schumacher Fotografie)

Hatten Spaß bei der Testfahrt mit dem Tesla Model S: Fondsmanager Alexander Mozer von Ökoworld und Redakteurin Astrid Lipsky (Foto: Schumacher Fotografie)

Testfahrt mit der Elektro-Limousine

Ökoworld: „Tesla wächst noch in die Bewertung“

DAS INVESTMENT.com: Herr Mozer, sind Sie schon mal Tesla gefahren?

Alexander Mozer: Nein, ich persönlich noch nie. Aber in die Tesla-Aktie sind mein Team und ich im vergangenen Jahr eingestiegen.

Wie hat es die Aktie in das Portfolio des Ökovision Classic geschafft?


Tesla wurde sehr lange und intensiv im unabhängigen Anlageausschuss diskutiert, weil sich das Unternehmen einerseits auf das Luxussegment spezialisiert. Der Sportwagen Tesla Roadster kostet rund 130.000 Euro, die Limousine Model S rund 72.000 Euro. Und andererseits ist es nicht unser Kernziel, den Individualverkehr zu unterstützen. Ökoworld fördert lieber die Nutzung von Bahn und Bus.

Kann Luxus nicht auch nachhaltig sein?


Ökologie und Luxus schließen sich nicht zwingend aus. Wir wollen uns aber nicht an einer sich ausweitenden Schere zwischen Arm und Reich beteiligen.

Die Produkte der Unternehmen in unserem Portfolio sollen auch für den Normalbürger erschwinglich sein. Wir wollen aber auch keine Luxusgüter ausschließen, die zukunftsfähig und ökologisch wegweisend sind.

Darum ist Tesla in das Anlageuniversum aufgenommen worden?


Tesla ist eine sehr umweltverträgliche Innovation. Mit ausschlaggebend war am Ende, dass Tesla-Gründer Elon Musk mit seiner Idee auch ein Visionär ist. Und seine Vision passt mit der des Fonds zusammen.

Musk will nicht nur das Luxussegment bedienen, sondern das Ganze in den nächsten Schritten auf viel breitere Beine stellen.

Er will die Elektrifizierung der Mobilität auch für den Normalverbraucher zugänglich machen. Wenn diese Innovation nicht nur von den oberen Zehntausend genutzt werden kann, ist das ganz in unserem Sinne.

Wann hat der Anlageausschuss das Okay gegeben und wann haben Sie gekauft?


Der unabhängige Anlageausschuss hat Tesla im vergangenen Jahr in das Anlageuniversum des Ökovision aufgenommen. Das heißt aber nicht, dass wir Fondsmanager in Luxemburg sofort kaufen.

Wir entscheiden anhand der harten Fakten und prüfen erst einmal die finanzwirtschaftlichen Zahlen. Wir sind in diesem Fall allerdings relativ zeitnah eingestiegen, weil wir sehr schnell gesehen haben, dass die fundamentalen Rahmendaten exzellent sind.

Es hat also alles sofort gepasst?


Grundsätzlich passt die Tesla-Aktie aus finanzwirtschaftlicher Sicht überhaupt nicht optimal in unser Portfolio. Erstens ist sie sehr volatil. Wir müssen also über die Streuung des Portfolios schauen, dass die Aktie das Risiko im Fonds nicht zu hoch schraubt.

Darum gewichten wir Tesla derzeit auch nur mit einem Prozent. Und zweitens ist die Aktie derzeit extrem teuer. Sie kann aber eben auch nicht ausschließlich anhand der aktuellen Fundamentaldaten bewertet werden, sondern man muss das mögliche Zukunftspotenzial berücksichtigen.

Das ist ja in der Regel eher nicht Sache eines Fondsmanagers.

Das stimmt. Wir sind zwar schon Visionäre, aber wir glauben trotzdem eher den harten Zahlen der Finanzanalyse. Tesla muss auf jeden Fall noch stark in die aktuelle Bewertung hineinwachsen.

Aber wenn man sich die Beschleunigung der Absatzzahlen ansieht und die Möglichkeit, neue Märkte zu erschließen, dann kann das Unternehmen das auch schaffen.

Welche Märkte?


Noch verkauft Tesla vor allem in Amerika und Europa, weniger in Asien. Die chinesische Regierung will aber bis 2020 rund 5 Millionen Elektroautos auf die Straße bringen, diese Nachfrage muss jemand bedienen.

Wir gehen davon aus, dass Tesla massiv in diesen Markt hineinwächst. Grundsätzlich gilt, dass das Thema Elektromobilität ganz klar Schwankungen unterworfen ist und noch am Anfang steht. Aber wir sind derzeit an einem Punkt, wo es langsam extrem interessant wird.

Wann kaufen Sie nach?


Bei Tesla steht und fällt die Aktie derzeit mit der Entwicklung der Batterie. Das heißt, das Unternehmen muss es schaffen, die Kosten für die Batterien signifikant zu senken. Ich glaube daran, das Elon Musk das schafft.

Hat Ihnen die Testfahrt gefallen? Kaufen Sie sich jetzt auch einen?

(lacht) Ja, sehr, aber das ist mir zu teuer. Ich bin nicht so ein Auto-Freak und fahre eher kleinere Wagen. Warten wir ab, ob ich mich für die Tesla-Mittelklasse entscheide, wenn sie auf den Markt kommt. Das könnte passen.




Anlagestrategie:
Gekauft werden weltweit Aktien von ökologisch und ethisch führenden Unternehmen unter anderem aus den Bereichen erneuerbare Energien, ökologische Nahrungsmittel und Umweltsanierung. Ausgeschlossen sind Sektoren wie Atomenergie, Chlorchemie, Gentechnik, Tierversuche, Kinderarbeit und Militärtechnologie.

Der elfköpfige unabhängige Anlageausschuss, in dem das Fondsmanagement weder Sitz noch Stimme hat, prüft die ethische, ökologische und soziale Seite der Firmen und entscheidet, welche in das Anlageuniversum kommen. Das Fondsmanagement prüft die ökonomische Seite und entscheidet, ob investiert wird.

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