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Senioren spielen das Gesellschaftsspiel „Mensch ärgere Dich nicht“ in einem Berliner Altenheim: Die Grundrente würde die Altersarmut kaum abmildern, befürchten Wirtschaftsprofessoren. | © Getty Images Foto: Getty Images

Umfrage des Ifo-Instituts

Wirtschaftsprofessoren kritisieren Grundrente

 

Im vergangenen Monat hat sich die Große Koalition auf einen Kompromiss bei der Grundrente geeinigt. Wer 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat und trotzdem eine Rente von weniger als 80 Prozent des Durchschnittsniveaus erhält, soll ab 2021 einen Zuschlag zur Rente erhalten. Damit soll Altersarmut abgemildert werden.

Ökonomen sehen das allerdings skeptisch. Das zeigt eine Umfrage unter 100 Wirtschaftsprofessoren an deutschen Universitäten, die vom Münchener Ifo Institut und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) durchgeführt wurde.

Demnach gehen nur 18 Prozent der befragten Wirtschaftsexperten davon aus, dass die geplante Grundrente den richtigen Personenkreis erfasst. 39 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Falschen von der geplanten Zusatzrente profitieren werden.

Fehlende Bedürftigkeitsprüfung und 35 Beitragsjahre

Einen Grund dafür sehen die meisten Skeptiker in der fehlenden Bedürftigkeitsprüfung. Denn nach Plänen der Bundesregierung soll zwar das Einkommen, aber nicht das Vermögen der potenziellen Rentenbezieher geprüft werden. So könnten künftig sogar Wohlhabende Grundrente beziehen. 56 Prozent der Befragten halten dieses Vorgehen für falsch.

Zudem sehen viele befragte Professoren die 35 Beitragsjahre als Voraussetzung für die Grundrente als zu strikt, da insbesondere Rentner mit weniger als 35 Beitragsjahren von Altersarmut bedroht sind.

Die Große Koalition plant, die Grundrente aus Steuermitteln  - nämlich den Einnahmen aus der Finanztransaktionssteuer - zu finanzieren. Eine große Mehrheit der Teilnehmer von 61 Prozent ist der Meinung, dass es der Regierung tatsächlich gelingen wird. 27 Prozent der Teilnehmer meinen dagegen, dass die Grundrente zumindest teilweise aus höheren Beitragssätzen wird finanziert werden müssen.

"Kontraproduktiv" 

„Das Rentenpaket ist kontraproduktiv und allenfalls sinnvoll, um Wählerstimmen zu gewinnen“, erklärt Ifo-Ökonom Niklas Potrafke. „Profitieren werden Rentenbezieher, die das Geld nicht wirklich nötig haben“, sagt sein Ifo-Kollege Joachim Ragnitz, der die Studie mit koordiniert hat.

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