Untersuchung von Fidelity International Deutsche Sparer hinken bei Altersvorsorge hinterher

Die Deutschen müssten mehr Eigenverantwortung für ihre Altersvorsorge übernehmen, so Fidelity-Experte Christof Quiring. | © Pixabay

Die Deutschen müssten mehr Eigenverantwortung für ihre Altersvorsorge übernehmen, so Fidelity-Experte Christof Quiring. Foto: Pixabay

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Rund 21 Prozent des Bruttoeinkommens müssten Deutsche in ihrem gesamten Erwerbsleben zurücklegen. Nur so können sie insgesamt das rund Zehnfache ihres Bruttojahreseinkommens ansparen, das sie laut Fidelity International im Ruhestand benötigen. Auch in anderen Teilen der Welt sei ein ähnlich hoher Sparbetrag notwendig. In Großbritannien liege er beim Siebenfachen des Bruttoeinkommens. Spitzenreiter sei allerdings Hongkong mit einem Multiplikator von zwölf.

„Die globale Analyse zeigt, dass es Arbeitnehmer in Deutschland sehr viel schwerer haben, ihre individuelle Vorsorgelücke zu schließen. Sie müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen – auch weil sich der Staat immer stärker zurückzieht“, sagt Fidelity-Experte Christof Quiring.

Bewusstsein schärfen, schnell was für die Altersvorsorge zu tun

Fidelity International hat nun eine Altersvorsorge-Leitlinie entwickelt, die helfen soll zu verstehen, wie hoch das anzusparende Vorsorgekapital idealerweise sein sollte. Denn es müssten 45 Prozent des letzten Bruttoeinkommens vor Beginn des Ruhestands, und damit die durchschnittliche Vorsorgelücke, ersetzt werden. Der Rest stamme aus der staatlichen Rente. Dabei sollen die beiden häufigsten Fragen zur Ruhestandsplanung beantwortet werden können: „Wie viel muss ich für den Ruhestand sparen?“ und „Bin ich mit meinen Sparbemühungen im Plan?“ Dabei geht es im Wesentlichen um die beiden Kenngrößen Alter und Einkommen.

„Zuallererst sind die Leitlinien Faustformeln. Sie sollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass niemand die eigene Altersvorsorge auf die lange Bank schieben darf“, betont Quiring. „Zugleich sind sie der Startpunkt für eine breitere, öffentliche Diskussion. Etliche Studien zeigen, dass die kommenden Rentnergenerationen in eine Armutsfalle tappen werden – sei es, weil sie zu wenig, falsch oder zu spät beginnen zu sparen. Jetzt sind alle gefragt, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.“